Friday, July 27, 2007

deutsche beziehungen

Am Donnerstag, den 26. Juli 2007 wurden alle deutschen Praktikanten der Stadt Bangkok in die Residenz des deutschen Botschafters Hr. Dr. Bruemmer und seiner Gattin in der "Embassy of the Federal Republic of Germany, 9 South Sathorn Road" geladen. Es gab einen Stehempfang im parkaehnlichen Garten mit hoeflichen Floskeln und auch einigen interessanteren Dingen, richtig spannend wurde es aber beim Empfang im Wohnzimmer des Herrn Botschafters, in dem sonst die Grossen der deutschen Wirtschaft in Thailand sitzen oder auch mal ein General der derzeitigen "Regierung" Thailands sich im vertrauten Gespraech zum Tabuthema "was passiert, wenn der schon etwas gealterte Koenig stirbt" aeussert.
Der Herr Botschafter ist eine ausserst interessante Persoenlichkeit und versteht es dementsprechend gut, die thailaendische Situation im allgemeinen und besonderen auf eine sehr ehrliche und diplomatische Weise zu umreissen. Das wiederum verstehen nicht alle deutschen Praktikanten der Stadt Bangkok. Nun gut, man koennte sagen, das ist schliesslich der Job eines Botschafters. Nichtsdestotrotz fand ich es sehr bemerkenswert und in vielen Aussagen habe ich meine Eindruecke wiedergefunden. Nur dem einen an diesem Abend viel zitierten Trend kann ich nicht richtig zustimmen: Das Bild der Chinesen haette sich in Thailand zum Positiven gewendet, alles was aus China kommt wird hoch geachtet - sei es Mensch, Maschine, Lehre oder Bauteil. Nur warum kaempfen wir dann tagtaeglich fuer eine wohlgesonnene Ansicht unserer chinesischen Vertragspartner? Darauf wusste dann leider auch der Herr Botschafter keine Antwort. Dafuer bekommt ihr was zu gucken: ein Stueck des Viadukts im romantischen Abendlicht - da arbeiten naemlich die Chinesen gerade.










Ja, und dann gab es noch eine kleine Diskussion ueber die Laufbahn im auswaertigen Amt, ueber das auswaertige Amt an sich, wie gross das Interesse an der deutschen Sprache und Kultur in Thailand ist und gross jenes an thailaendischen Frauen in gewissen deutschen Kreisen. Und natuerlich hinterher private Diskussion und gemeinsame Party der deutschen Praktikanten. Die kommen aus allen denkbaren Bereichen - von Touristik ueber Jura und Wirtschaft ist alles dabei. Nun gut, um ehrlich zu sein, habe ich den Abend sehr genossen, aber habe jetzt erstmal genug von ausschliesslich deutschen Veranstaltungen mit ausschliesslich deutschen Menschen um mich herum, die unheimlich gerne ihre deutschen Meinungen vertreten. So, das war jetzt auch deutsch. 4 Monate in einer fremden Kultur gehen eben doch nicht ganz spurlos vorbei und um noch einmal ehrlich zu sein: das ist auch gut so.

krabi

Es gibt Dinge, die wuerde ich gerne mit euch teilen und nicht nur mit-teilen. Zum Beispiel wie es ist, mit einem kleinen gepackten Rucksack bei finsterer Nacht durch den Schlamm und durchs Meer zu waten – immer schoen aufpassend, dass kein Schuh stecken bleibt und man nicht ins Wasser faellt – in ein Longtailboat zu klettern und dann durch die Wellen zu pfluegen. Im Dunkeln kann man schemenhaft meterhohe Felsen im Wasser erkennen, der Mond spiegelt sich im Meer und am Himmel woelbt sich die Milchstrasse. Und weil gerade Ebbe ist, watet man dann auch wieder bei Sternenlicht durchs flache Meer und Mangrovenschlamm auf ein paar Lichter am Strand zu, die die Bleibe markieren. So hat mich Railay Beach bei Krabi mit einem Hauch von Abenteuer empfangen und ihr koennt euch sicher vorstellen, dass es schlechtere Empfaenge gibt ;)

Die Bleibe war ein nagelneuer ziemlich geraeumiger Holzbungalow mit Luxusbad und Holzveranda, deren Ausblick gruene Vegatation, Swimming Pool, Meer und – ok, ich geb es zu – ein paar Pissoirs hinter den Blaettern war. Mit auf Krabi geblieben sind Katrin und ihre Freundin Caroline, die mich beim Essen das Fuerchten gelehrt hat. Sie war naemlich 4 Wochen Lehrerin in einem Waisenhaus und hat von einer Kollegin erzaehlt, die durch stehendes Wasser gelaufen ist und sich dabei Wuermer geholt hat, die sich in den Fuss fressen, dort ihre Eier ablegen und deren Larven sich dann mit dem Ziel „Organe“ nach oben durchfressen. Die Kollegin hat es auch nur gemerkt, weil sie die schon mal in Tansania hatte und dann 2 Monate zu Hause im Krankenhaus bleiben durfte. Gluecklicherweise gibt’s ja auch in Kambodscha Aerzte (0,2 pro 1000 Einwohner wie ich nach meinem Fieber rausgefunden habe), die die Eier wieder aus den Fuessen holen koennen - dummerweise aber keine Betaeubungsmittel. Ja, also, ne, da war ich dann doch ganz froh, dass das Meer nicht ganz steht…

Aber jetzt wieder zu den huebschen Dingen: Zum Beispiel zum Railey West Strand. Das ist DER Strand, der eigentlich eine Bucht ist, an der sich rechts und links die Felsen hochziehen. SUPERschoen! Das Postkartenmotiv. Und jetzt das ganze bei Nacht… (hatte ich schon die Milchstrasse erwaehnt?!)

Und weil Krabi das Kletterparadies schlechthin ist, sind wir natuerlich auch ein paar Felswaende hoch. Katrin mehr und ich weniger :D Und ueber einen roten und sehr lehmigen, vor allem aber SEHR steilen Weg auf einen Aussichtspunkt. Also es geeeeht mit Flipflops …;) Und ansonsten haben wir das Wetter genossen (von wegen Regenzeit) und den Blick, den Strand, sich in den Wellen treiben zu lassen und die Felsen vom Kajak aus… Hachja, es ist schon schoen, wenn man einfach so uebers Wochenende zu den Traumstraenden fliegen kann! Und natuerlich ist es auch viel toller zu teilen als mit zu teilen ;)



Fuer Paul. Damit er sieht, dass ich immer fleissig lerne! :)

Chiang Rai













Tuesday, July 24, 2007

Laura muss lernen...

Laura muss lernen, ihre Eindruecke sofort niederzuschreiben und angefangene Berichte auch zu Ende zu bringen, damit sie veroeffentlich werden koennen (und das ganze ohne anklagender Stimme "Nein, Laura, du musste noch deinen Bericht schreiben, ich will jetzt lesen!!"). Denn wenn man jedes Wochenende auf Achse ist, buendeln sich die Erlebnisse so sehr, dass man sie nach einem weiteren wunderbaren Erkunden eines neuen Ortes einmal aussortieren sollte, um sie nicht im Chaos versinken zu lassen. Natuerlich uebertreibe ich der Illustration willen mal wieder, aber die Kernaussage stimmt.

Und bis die Eindruecke nieder geschrieben, die angefangenen Berichte zu Ende gebracht und die Fotos aussortiert sind, kommt hier ein kleiner Ueberblick der letzten Wochen:

Nachdem Tine am ersten Julisamstag nach Hause geflogen ist, bin ich das vorerst vorvorletzte Wochenende in Bangkok geblieben, habe den Samstag mit diversen schoenen Dingen und Katrin und Jesse verbracht und bin am Sonntag ins Nationalmuseum und durch Bangkok und habe angefangen wieder Reisefuehrer zu lesen. Neue Plaene mussten her! Nach ein paar Tagen, waren die auch gefunden:

Vom 13.-15. Juli bin ich mit Patrick nach Chiang Rai geflogen, um 2 Tage durch den Dschungel zu tigern und in einer Bambushuette zu uebernachten.

Letztes Wochenende gings nach Krabi (der Strand mit den gigantischen Felsen) zusammen mit Katrin und ihrer Freundin Caroline zum Sonnen und Klettern.

Naechstes Wochenende hat die Koenigin Geburtstag und wir am Montag frei. Das wird genutzt, um mit Jesse nach Beijing zu fliegen, um die chinesische Mauer zu besteigen.

Mittwochs (der 1.8. = morgen in einer Woche) kommt die Lisa!!!! Was der Grund fuer das vorerst vorletzte Wochenende in Bangkok ist :-)

Das Wochende danach ist wieder lang (der Aufenthaltsort wird noch bestimmt) und an dessen Montag kommt Fusako aus Japan! Juhuuuu!!!

In der Woche vom 18.8. bis 26.8. steht dann Laos auf dem Programm, am 1. September fliegt mein Schwesterchen wieder heim - es bleiben noch ein vorerst letztes Wochenende in Bangkok, ein weiteres woanders und dann gehts Samstag auch schon nach Hause. Fuer 2 Tage.

Fazit: Die Zeit rast, ich habe dafuer eine Super hier und ich komme nicht nach mit Berichten. :)

Thursday, July 12, 2007

Plaeneschmiede & So Bangkok Geschichten

SO.

Es sind noch nicht alle Fluege gebucht, aber alle Plaene gemacht bzw erdacht. (siehe naechster Post)

Und ich nutze diesen Post, um euch Geschichten aus dem Bangkok Leben zu erzaehlen, von denen mir demletzt aufgefallen ist, dass sie eben das - also auffallen - gar nicht mehr tun. Damit ihr nicht den Eindruck bekommt, ich uebertreibe hier masslos, finde einfach AAAALLES supertoll und verliere meinen Sinn zur konstruktiven Kritik...

Da gibt es zum Beispiel diese Gehwege in Bangkok. Die man vielleicht besser Stolperwege oder "ich-schaue-krampfhaft-auf-den-boden-und-versuche-in-einer-erschwerten-multitasking-aufgabe-mit-den-absaetzen-nirgendwo-haengenzubleiben-und-mir-nichts-zu-brechen-Pfade" nennen sollte. Denn mit einem Auge schaut man besser nach vorne, sonst haengt man an einem Baum. Oder man tritt auf einen losen Gullideckel und faellt in ein Loch. Alles schon passiert! Nur Gott sei Dank nicht mir :) Dafuer gibt es dann solche Strassen, bei denen der Strassenbauer besonders schlau war und den Gehweg einfach weggelassen hat. Macht aber auch nix, dann geht man halt auf Tuchfuehlung mit Mopedfahrern. Einmal haben mich meine Reflexe gerade noch so vor der Motorhaube eines dicken Gelaendewagens gerettet. Ja, da hat der Fahrer dann auch nicht schlecht geschaut... Aber dafuer ist es jetzt fuer mich kein Problem mehr, eine stark befahrene 7-spurige Strasse zu ueberqueren. Stark befahren heisst dann 9 Spuren.

Und dann sind da noch diese Hunde auf der Strasse. Manchmal sind mehr Hunde auf der Strasse als Menschen. Und weil die Hunde auf der Strasse sind, sehen sie auch aus wie Strassenhunde. Manchmal bekommt so ein Hund einen Kampfanfall und versperrt den Weg nach Hause. Da muss man dann die letzten 20m bis zur Haustuer mit dem Taxi fahren. Wie gut, dass Taxi fahren so billig ist! Auch das ist nicht mir passiert....... :D


Nur so nebenbei:

Was haltet ihr von 2 Stunden Badminton bei ueber 30 Grad (nachts wohlgemerkt) mit rappendem Wrap im Bauch (der Kategorie "das Essen war auch mal wieder fuern A...")?



Mehr gibts spaeter.

Monday, July 9, 2007

PREISRAETSEL

Weil ihr lieber ueber meine Frisur diskutiert als euch Gedanken ueber die wirklich wichtigen Dinge zu machen, helfe ich euch mal ein wenig auf die Spruenge: Irgendwo auf diesem Blog haben Menschen ein paar Namen. So wie immer eben. Aber natuerlich nicht ganz gewoehnliche Namen, sondern ungewoehnlich unpassende Namen.

Die Frage: Wo? Was? Was heisst's?
Der Preis: Eine Ueberaschung im Briefkasten. (Von jedem Namen eines... :D nein, kleiner Scherz)

Mitmachen duerfen alle, die sich nicht ueber meine Frisur lustig gemacht haben! :p Nein, auch kleiner Scherz! :)

Liebe Kurzzeitmitbewohnerin, Reisekumpanin, Eindruecke-Sammlerin und An-Bangkok-Anpasserin,

weil mir jetzt eine fehlt, die mich dazu zwingt, immer fleissig Blog zu schreiben, widme ich diesen Eintrag dir.

Ich habe heute einen Kaffee gemacht und er schmeckt einfach nicht so gut.
Ich war gestern im Nationalmuseum und es war keine dabei, die gesagt hat "oh, schau mal!"
Ich habe eine Mail erhalten und wuerde sie gerne mit dir diskutieren.
Ich habe unseren besten Freund, den Obstmann getroffen und habe zwei sapalot bestellt, von denen ich eine heute morgen wegschmeissen musste, weil sie schlecht war :D
Die Anzahl der Fotos vom Sonntag ist viel geringer und auf keinem einzigen ist ein blondes Maedchen.
In meinem Zimmer sieht es so ordentlich aus.
Zum Mittagessen musste ich meine Tasche mitnehmen und keiner hat sein Fleisch aus der Suppe gepuhlt.
Niemand hat bei Jesse die Thailiegen besetzt und Gespraechsthema Nr.1 waren Regensburg, Flugzeiten und Schlaftabletten.
Und das Taxifahren ist auf einmal doppelt so teuer ;-)

Es hat riesigen Spass hier mit dir gemacht und ich wuensche dir eben so viel zu Hause!!!
Und ich hoffe, du kannst diesen Eintrag ohne Kontaktlinsen ueberhaupt lesen... :D

Bis bald...


Friday, July 6, 2007

Reiche Abendplaene

Und unter der Woche? Und neben dem ganzen Reisen?

Jesse meinte demletzt, ich wuerde die Candle from both edges ab-burnen. Das hat mich an meine Landlady in New Jersey erinnert, die dasselbe gesagt hat, als ich zu Weihnachten krank wurde. Und tatsaechlich bin ich etwas krank. Das kommt wohl von kalten Klimaanlagen in Flugzeugen und Meeting Rooms, von niemals ausschlafen koennen, vom staendigen unterwegs sein und alles mitnehmen und von ein paar hustenden menschen aussenrum. und nein, ich bin NICHT das bazillenmutterschiff! oder vielleicht doch?

aber warum eigentlich so negativ?! SO heisst das:
wir sind reich! reich an scheinen, reich an eindruecken, reich an plaenen und eben auch ein bisschen an bazillen ;)

achja, und was wir nun unter der woche so tun, koennt ihr z.b. auf dem bild unten sehen. huebsch, nicht wahr?! (da war die Frisur noch in Ordnung! ;D )

Tuesday, July 3, 2007

Nach 3 Monaten kommt immer das Tief

In Grundlagen der interkulturellen Kommunikation habe ich gelernt, dass sich nach 3 Monaten Auslandsaufenthalt der Kulturschock einstellt. Aus meinen frueheren Auslandsaufenthalten kann ich das auch gut bestaetigen. Das mag nun an den verschiedensten Dingen liegen und nicht unbedingt nur etwas mit dem mehr oder weniger fremden Kulturkreis zu tun haben. Zum Beispiel, dass nach 3 Monaten der Umzug vom unglaublich und unfassbar aufregenden New York in die unvorstellbar spannende Wildnis der abgestoppelten Maisfelder von Indiana erfolgt.

Aber das ist hier ja gar nicht das Thema. Eigentlich wollte ich sagen: Ich bin jetzt genau 3 Monate und 3 Tage hier. Das heisst genau jetzt muesste sich also das beruehmte Tief der Spannungs- und Stimmungskurve einstellen. Und gestern war es dann auch tatsaechlich soweit, ich konnte es nicht mehr laenger hinaus zoegern und habe dem Friseur einen Besuch abgestattet. Jetzt habe ich zu allem Uebel auch noch eine Asiatenfrisur auf einem Europaerkopf. Die hat zwar dank der Luftfeuchtigkeit eine Halbwertszeit von 10 Minuten, das macht das Ganze allerdings auch nicht besser. Gluecklicherweise steht vor jedem Friseurstuhl ein Minifernseher und ich konnte mich krampfhaft auf Emergency Room konzentrieren, da werden die Notfaelle wenigstens behandelt und nicht verursacht. Ansonsten haette ich nach all den Haaren auch noch mein Gesicht verloren…

Hanoi

der Eintrag folgt, sobald ich ueber den Verlust meines Geldbeutels und die immense Koerperverletzung an meiner Tasche hinweg bin...

trotzdem war's toll, Hanoi ist super!