Am Montag hat Jesse zur Diner Party eingeladen, die so richtig international wurde. Sie schafft es immer, so nette und interessante Menschen um sich rum zu versammeln und der Abend war einfach klasse. Danach sind wir mit ihr um die Haeuser gezogen. Das aber eher unfreiwillig und bei stroemenden Regen, weil Christine keine ID dabei hatte und hier die meisten Bars um 2h schon zumachen. Trotzdem wars lustig und letztendlich sind wir im Tapas gelandet, merken!
DIENSTAG:
Dienstag war Feiertag und Ben hat mich eingeladen mit nach Kanchanaburi zu fahren. Also bin ich nach 4 Stunden schlaf tapfer wieder aufgestanden, um mich mit ihr und ihrem vater zu treffen und den weiten weg (wieder ) anzutreten. Diesmal allerdings viel komfortabler im auto. Auf dem weg sind wir zur groessten pagode hier gefahren. Die geschichte dahinter ist, dass ein Junge aus versehen seine eltern umgebracht hat und zur versoehnung mit seinem kharma diese pagode bauen ließ. Ich habe mir erklaeren lassen, dass es im buddhismus keine Vergebung gibt und nur die taten zaehlen, die am ende des lebens gegeneinander aufgewogen werden. Erst muss man fuer alle seine schlechten taten buessen, danach wird man fuer seine guten belohnt. Daher war seine investition im grunde voellig umsonst. Zumindest fuer den ersten part…
Durch Kanchanaburi fuehrt eine eisenbahnstrecke, die im zweiten weltkrieg von kriegsgefangenen und der thailaendischen bevoelkerung unter dem zwang der japaner gebaut haben. 70% aller kriegfgefangen, die am bau beteiligt waren, sind dabei gestorben, ausserdem weitere 100000 menschen aus der zivilbevoelkerung. Daher gibt es dort recht viele Friedhoefe der Alliierten und natuerlich Gedenkstaetten. Auf den Grabsteinen stehen Widmungen der Familien und Liebsten, das ist schon etwas ergreifend. Bens Cousine hat gefragt, warum die Christen die Seelen ihrer verstorbenen nicht ruhen lassen koennen. Den Platz faende sie unheimlich, weil sie das Gefuehl hat, dass dort lauter Geister um sie herum fliegen. Mit der Reinkarnation im Buddhismus ist das nicht so ganz vereinbar. Bei solchen Fragen fange ich immer an zu staunen und mir wird mal wieder bewusst, wie anders das hier ist. Was ich besonders beeindruckend fand war der Songkran-Brauch, der nachtraeglich vollzogen wurde. Dabei wird das aelteste Familienmitglied mit wasser besprenkelt und ein bisschen weiss angemalt. Dann knien alle vor ihm oder ihr nieder, geben gute Wuensche und Segen und erbieten Ehre. Die Haeuser hier sind voller Bildnisse der Ahnen und meistens steht noch ein kleiner Altar davor mit Raeucherstaebchen und Blumen geschmueckt. Daneben gibt es natuerlich auch noch den obligatorischen Hausschrein, um die guten Schutzgeister zu ehren. Jedenfalls war es ein super Tag und abends waren wir alle zusammen thai seafood essen. Das war das absolut beste, was ich hier je gegessen habe. Gegessen wir hier uebrigens immer zusammen und jeder bedient sich einfach aus der Mitte, falls ich das noch nicht erwaehnt habe. Das sollte man bei uns auch einfuehren.
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