Seit heute weiß ich endlich, wovon die Menschen eigentlich immer reden, wenn es um Emanzipation geht in einer Gesellschaft, in der ich es für völlig normal halte als Frau etwas Technisches zu studieren und mich in klassischen Männerdomänen zu bewegen. Bis heute war mein Standpunkt dazu: Was wollt ihr eigentlich alle? Und auf die Frage "Wie, du studierst Maschinenbau? Das sind doch da alles nur Männer...", die seltsamerweise meist von Frauen gestellt wird, ist meine Antwort mittlerweile nur noch "Ja."
Nun bin ich aber heute los, um das erste Weihnachtsgeschenk einzukaufen: Einen Hubschrauber mit Fernbedienung für meinen Cousin (inspiriert von Jan :)).
Ich habe mich also vor das Regal mit den Hubschraubern gekniet und sie näher begutachtet, als ein Verkäufer fragt, ob er mir vielleicht helfen kann. Als ich aufschaue sagt er ziemlich bestimmt: "Oh entschuldigung, ich dachte Sie wären ein Junge und würden sich vielleicht dafür interessieren." Damit wollte er sich schon aus dem Staub machen.
Ich: "Nein, aber deshalb kann ich mich doch trotzdem dafür interessieren?!"
Er: Schweigen.
Also habe ich die Stunde genutzt und wollte aus ihm ein paar technische Infos quetschen. Was genau die Funktionsweise ist, wo die Unterschiede zwischen den Produkten liegen und die normalen Dinge eben.
Er nimmt also einen und erklärt mir gründlich und langsam, welche Knöpfe ich auf der Fernbedienung bewegen muss. Dummerweise hebt der Hubschrauber aber nicht ab.
Er: "Ach, das liegt daran, dass der Akku leer ist."
2. Versuch, der Hubschrauber fliegt mir gegen das Bein.
Er: (entsetzt und ärgerlich, dass ich mein Bein nicht weggezogen habe) "Achtuuuung!!"
Daraus hat sich dann ein Gespräch entwickelt, aus dem ich zwar alle Info rausgezogen habe, die ich wollte, aber meist nur auf dreimaliges Nachfragen und in Kochrezeptemanier. ("Nach 5 Sekunden drücken Sie dann den Knopf!" "Dann sagten Sie bereits, meine Frage war, was dieser Knopf macht" "Dieser Knopf macht, dass der Hubschrauber 5 Sekunden stehen bleiben kann" "Schon klar, aber was bewirkt der Knopf?! Ändert sich die Rotorposition oder ...?" ...)
Zum Schluss hat er mir dann erzählt, dass das Beste ja immer wäre, wenn die Kunden dann gleich 4 kaufen: Eins für den Vater, eins für den Opa und 2 für die Söhne...
Ich hab mich dann bedankt und bin mit dem Kommentar, dass es ja noch 4 Wochen wären bis Weihnachten, gegangen.
In meinem ganzen Maschinenbaustudium, in Produktionshallen und in Meetings mit 20 Männern und mir bin ich noch nie so Rollen fixiert behandelt worden. Der dezente Hinweis darauf unter der Erwähnung der Worte "Maschinenbau", "Navier-Stokes-Gleichung" und "Piper Warrior" oder "Pilotenschein" war mir dann aber doch zu blöd. Und es ärgert mich auch schon gar nicht mehr, aber ich bin doch sehr verblüfft, dass es sowas heute noch gibt. Und das in der Spielzeugabteilung... Männer, rettet Eure Ehre!!
Nachtrag: Ich habe meinem Cousin keinen fernsteuerbaren Hubschrauber geschenkt. Vielleicht gibts den nächstes Jahr...
Wednesday, November 28, 2007
Wednesday, November 14, 2007
Von Fischen, Schnee und Freuden-sch-türmen
Während hier die ersten kleinen SchneeflöckSchen vom Himmel fallen und für die graue Decke entschädigen, habe ich eine ganz erfreuliSche Nachricht zu machen: Denn soeben habe ich meine Unterschrift unter die Auslieferungserlaubnis aller von mir erforschten Zusammenhänge und grandiosen Ideen an die Uni unterschrieben (natürlich erst nach dem für die Juristentochter angemessenen gründlichen Durchlesen;)) und damit das Thema meiner SCHtudienarbeit besiegelt. Da es sich selbstverständlich um einen etwas komplexeren Zusammenhang handelt, werde ich an dieser SCHtelle darauf verzichten, ihn näher zu erläutern. Es geht um Fische - blub -, Bienschen, ein paar Roboter, natürliSch die FörderteSchnik und auch ein paar Schwärme. Genaueres dürft ihr im Mai lesen. Hoffentlich dann ohne zu viel blub. So, und wo ich gerade so schön beim Schwärmen bin, hier auch noch etwas zum Thema Ausschwärmen und Einnisten: Meine kleine Mietnomadin und Unterbett-schläferin hat soeben verkündet, dass sie ihre Traumwohnung in der badische Hauptschtadt zugesagt bekommen hat. Glückwunsch!! Also haben wir heute abend gleich doppelt und dreifach was zu feiern!! :) Bis Dezember bleibt mein Zimmer aber noch doppelbelegt - sonst wär die Feier auch ein bisschen zu traurig. :)
Was hier aber gar nicht so feierlich ist, ist ein unverkennbarer Fettgeruch, der durSch unsere Wohnung zieht auf Grund einer nicht von mir verschuldeten spät nächtliSchen Berliner-Backaktion. Ich kann euch sagen: das ist niScht lustiSCH!!! Ich bin alle zwei SCHtunden aufgewacht und musste mich jedes Mal erst wieder davon überzeugen, kein im Fett bruzelnder und mit Marmelade gefüllter Berliner zu sein. Da hilft auch kein Fenster öffnen mehr...
Und wie ihr unschwerlich zwischen, äh in, den Zeilen habt lesen können: Baden hat miSch wieder ;-)
Was hier aber gar nicht so feierlich ist, ist ein unverkennbarer Fettgeruch, der durSch unsere Wohnung zieht auf Grund einer nicht von mir verschuldeten spät nächtliSchen Berliner-Backaktion. Ich kann euch sagen: das ist niScht lustiSCH!!! Ich bin alle zwei SCHtunden aufgewacht und musste mich jedes Mal erst wieder davon überzeugen, kein im Fett bruzelnder und mit Marmelade gefüllter Berliner zu sein. Da hilft auch kein Fenster öffnen mehr...
Und wie ihr unschwerlich zwischen, äh in, den Zeilen habt lesen können: Baden hat miSch wieder ;-)
Saturday, November 10, 2007
Deutschlandtouren und Kulturstudien
Gestern hat der Grauherbst Einzug gehalten. Ironischerweise dieses Jahr nach dem Schwarz(wald)herbst. Alles sieht nach nur noch einem Jahr Karlsruhe aus und hier kommt so langsam die bedrohlicheFeststellung auf, so lange hier gewohnt zu haben, aber nicht wirklich etwas von Baden-Württemberg gesehen zu haben. Und weil die meisten meiner Freunde mehr oder weniger frisch aus dem Ausland oder von oberhalb der Fischlinie wieder gekommen sind, sind wir auch alle noch in Entdeckerlaune. Deshalb wurden die Wanderschuhe ausgepackt und im Schwarzwald auf und ab gelaufen. Zuerst auf dem Karlsruher Grat - laut Wanderführer nur für Schwindelfreie und Trittsichere geeignet. Nach den peruanischen Anden kommt mir das allerdings eher wie ein kleiner Spaziergang im Wäldchen vor. Naja, trotzdem schön. Das Wochenende danach gings dann spontan nach Freiburg mit einer äußerst interessanten Übernachtungsmöglichkeit in einem Verbindungshaus. Die Jungs da waren zwar ganz schön höflich ("Sie wünschen?"), aber kräftig am Balzveranstaltung feiern. Ich würde es wohl eher mit ritterlichem Gelage und besoffenem Gegröle von lustigen Liedchen wie der deutsche Nationalhymne, dem Badener Lied und anderen Dingen, deren Text ich leider nicht verstanden habe, bezeichnen. Und überhaupt: wieso feiert man eine Balzveranstaltung ohne Frauen?? Naja, man muss nicht alles wissen. Am Sonntag morgen haben wir uns dann am Chaos aus Schinkenresten, halb leeren Biergläsern und übrigem vorbei geschlichen und sind in den angeblich ursprünglichsten Teil des Schwarzwaldes gewandert. Vorbei an bezaubernden Wasserfällen und dann durch die ländliche Gegend.
Nun ist ja aber der Grauherbst angetreten und ich wünsche mir trotz gelbem Poloshirt und Mango-Lassi die Hitze und das Licht Bangkoks zurück und frage mich, was wohl die Chinesen gerade so treiben und ob die Züge noch hübsch in Reih und Glied stehen. Ja, und dann musste mir Jenny auch noch erzählen, dass es jetzt Billigflüge nach Bangkok mit airBerlin gibt. Vielleicht sollte ich ein großes Schild "Studienarbeit macht Spaß" aufhängen.
Passend zum grauen Tag sind wir dann gestern abend los gezogen, um eine kleine Kulturstudie "gammlige kneipen in karlsruhe" durchzuführen. Dabei ging es nicht so sehr um die Ausstattung der Etablissements sondern um das Klientel. Resultat: Es gibt tatsächlich eine klare Schichtentrennung - auch in dieser Stadt - und Eindringung in einen anderen Kulturkreis wird zumindest mit misstrauischen Blicken geahndet.
1. Eine gutbürgerliche Kneipe (auch "Der nette Leute Treff" - in den deutschen Nationalfarben geschrieben) mit hohem Fußballunterhaltungsanteil und wenig sonstigem. Die Wände sind voll mit KSC-Utensilien, Gespräch am Tresen dreht sich nur um das eine, Premiere läuft und es gibt einen Kicker. Besonderes Highlight: Kettenvorhänge und den Quickie für 1,90€. Na gut, besonders spannend wars nicht wirklich.
2. Eine kleine Eckkneipe mit dröhnender Musik (111dB laut Barbars Handy) und Bombenstimmung der ausschließlich um die 40 jährigen Männer zu Liedern wie "Und Baggerfahrer Bodo baggert noch", "ab und zu gewinne ich beim Flipper mal ein Spiel, das ist alles, was ich brauch und alles, was ich will" und "wir spielen Cowboy und Indianer". Zu letzterem gab es einen lustigen Tanz , der besonders bei den Textzeilen "wir reiten derb und heftig" und "wir schwingen unser lasso wie beim ersten mal" von den Herren am Tresen begeistert getanzt wurde. Wir haben noch ein bisschen im Kreis mitgeschunkelt und dann gings weiter.
3. Eine noch etwas gut bürgerlichere Kneipe als die 1. mit Kunden ab 45, offenes Ende. Da haben die Toiletten Öffnungszeiten, ansonsten ists recht langweilig.
4. Eine Bar mit ziemlich betrunkenen Menschen und unglaublich dämlichen Gesprächen. Die Bedienung sieht uns ganz schön misstrauisch an und die Gäste witzeln, ob die "In-Bars" schon alle zu wären. Naja, dafür gibts was zu essen. Und wir haben den besten Witz des Abends gehört: Wwwas issn Wort bei de Bbundeswehr ohne k? - allehoool
5. Bar an der Ecke zur Rotlichtstraße. Eindeutig zu viele Schlägertypen mit Glatze, Bomberjacke und Tättowierungen. Ansonsten nur noch 3 Mädels (in Richtung "Früh übt sich, wer ein Profi sein will") An der Wand hängen Maschinengewehre, Schilder weisen darauf hin, dass Drogenkonsum zu lebenslänglichem Hausverbot führt. Eigentlich sind sie ja ganz nett, die Schlägertypen, aber nach komischen Blicken in unsere Richtung fühlen wir uns etwas bedroht und trinken schnell aus. Einmal und nie wieder.
Nun ist ja aber der Grauherbst angetreten und ich wünsche mir trotz gelbem Poloshirt und Mango-Lassi die Hitze und das Licht Bangkoks zurück und frage mich, was wohl die Chinesen gerade so treiben und ob die Züge noch hübsch in Reih und Glied stehen. Ja, und dann musste mir Jenny auch noch erzählen, dass es jetzt Billigflüge nach Bangkok mit airBerlin gibt. Vielleicht sollte ich ein großes Schild "Studienarbeit macht Spaß" aufhängen.
Passend zum grauen Tag sind wir dann gestern abend los gezogen, um eine kleine Kulturstudie "gammlige kneipen in karlsruhe" durchzuführen. Dabei ging es nicht so sehr um die Ausstattung der Etablissements sondern um das Klientel. Resultat: Es gibt tatsächlich eine klare Schichtentrennung - auch in dieser Stadt - und Eindringung in einen anderen Kulturkreis wird zumindest mit misstrauischen Blicken geahndet.
1. Eine gutbürgerliche Kneipe (auch "Der nette Leute Treff" - in den deutschen Nationalfarben geschrieben) mit hohem Fußballunterhaltungsanteil und wenig sonstigem. Die Wände sind voll mit KSC-Utensilien, Gespräch am Tresen dreht sich nur um das eine, Premiere läuft und es gibt einen Kicker. Besonderes Highlight: Kettenvorhänge und den Quickie für 1,90€. Na gut, besonders spannend wars nicht wirklich.
2. Eine kleine Eckkneipe mit dröhnender Musik (111dB laut Barbars Handy) und Bombenstimmung der ausschließlich um die 40 jährigen Männer zu Liedern wie "Und Baggerfahrer Bodo baggert noch", "ab und zu gewinne ich beim Flipper mal ein Spiel, das ist alles, was ich brauch und alles, was ich will" und "wir spielen Cowboy und Indianer". Zu letzterem gab es einen lustigen Tanz , der besonders bei den Textzeilen "wir reiten derb und heftig" und "wir schwingen unser lasso wie beim ersten mal" von den Herren am Tresen begeistert getanzt wurde. Wir haben noch ein bisschen im Kreis mitgeschunkelt und dann gings weiter.
3. Eine noch etwas gut bürgerlichere Kneipe als die 1. mit Kunden ab 45, offenes Ende. Da haben die Toiletten Öffnungszeiten, ansonsten ists recht langweilig.
4. Eine Bar mit ziemlich betrunkenen Menschen und unglaublich dämlichen Gesprächen. Die Bedienung sieht uns ganz schön misstrauisch an und die Gäste witzeln, ob die "In-Bars" schon alle zu wären. Naja, dafür gibts was zu essen. Und wir haben den besten Witz des Abends gehört: Wwwas issn Wort bei de Bbundeswehr ohne k? - allehoool
5. Bar an der Ecke zur Rotlichtstraße. Eindeutig zu viele Schlägertypen mit Glatze, Bomberjacke und Tättowierungen. Ansonsten nur noch 3 Mädels (in Richtung "Früh übt sich, wer ein Profi sein will") An der Wand hängen Maschinengewehre, Schilder weisen darauf hin, dass Drogenkonsum zu lebenslänglichem Hausverbot führt. Eigentlich sind sie ja ganz nett, die Schlägertypen, aber nach komischen Blicken in unsere Richtung fühlen wir uns etwas bedroht und trinken schnell aus. Einmal und nie wieder.
Tuesday, October 2, 2007
Suedamerikas Zusammenfassung
Der Reiseplan:
Buenos Aires
Jujuy (fuer ein paar Stunden)
La Quiaca (Grenzuebergang bei Nacht nach) Villazón
Tupiza (da hat mir ein boeses Pferd ein Loch ins Bein gehauen)
4 taegiger Trip um Tupiza und zum Salar de Uyuni (12000 m^2 Salz... mit Vollmond)
Uyuni (fuer ein paar Stunden, weil kein Entkommen und Stromausfall seit 2 Tagen)
Potosí (Silberstadt, Besuch von Minen, in denen wie im Mittelalter gearbeitet wird + Explosion)
La Paz (2 Stunden Schnelldurchfahrt)
Titicaca See und Isla del Sol (Inkaruinen und Wanderung)
Copacabana (die Hafenstadt zur Isla del Sol)
NICHT Rurrenabaque und Pampas (weil die bolivianischen Bauern ihre Felder abfackeln und die Sicht so schlecht ist, dass kein Flugzeug landen kann)
Grenzuebergang nach PERÚ
Cusco (seeehr schoen, eine kleine Odyssee auf den Aemtern, ABER: wir haben die Inka Trail Lizenz!!! fast...)
el Camino del Inca mit Ende in Macchu Pichu (und Besteigung des Wayna Pichu)
1 weiterer Tag Cusco (weil die Busse erst abends fahren)
Nachtfahrt nach Nazca und Flug in einer Cesna ueber die Nazcalinien
Ica und Oase mit riesigen Sandduenen (die ganz schoen anstrengend hoch zu laufen sind... dafuer aber um so lustiger wieder runter zu springen sind)
DA SIND WIR JETZT. Dann: Paracas und Islas, Lima, Buenos Aires, heim
Buenos Aires
Jujuy (fuer ein paar Stunden)
La Quiaca (Grenzuebergang bei Nacht nach) Villazón
Tupiza (da hat mir ein boeses Pferd ein Loch ins Bein gehauen)
4 taegiger Trip um Tupiza und zum Salar de Uyuni (12000 m^2 Salz... mit Vollmond)
Uyuni (fuer ein paar Stunden, weil kein Entkommen und Stromausfall seit 2 Tagen)
Potosí (Silberstadt, Besuch von Minen, in denen wie im Mittelalter gearbeitet wird + Explosion)
La Paz (2 Stunden Schnelldurchfahrt)
Titicaca See und Isla del Sol (Inkaruinen und Wanderung)
Copacabana (die Hafenstadt zur Isla del Sol)
NICHT Rurrenabaque und Pampas (weil die bolivianischen Bauern ihre Felder abfackeln und die Sicht so schlecht ist, dass kein Flugzeug landen kann)
Grenzuebergang nach PERÚ
Cusco (seeehr schoen, eine kleine Odyssee auf den Aemtern, ABER: wir haben die Inka Trail Lizenz!!! fast...)
el Camino del Inca mit Ende in Macchu Pichu (und Besteigung des Wayna Pichu)
1 weiterer Tag Cusco (weil die Busse erst abends fahren)
Nachtfahrt nach Nazca und Flug in einer Cesna ueber die Nazcalinien
Ica und Oase mit riesigen Sandduenen (die ganz schoen anstrengend hoch zu laufen sind... dafuer aber um so lustiger wieder runter zu springen sind)
DA SIND WIR JETZT. Dann: Paracas und Islas, Lima, Buenos Aires, heim
Friday, September 21, 2007
die stadt der engel - und die der guten luefte
hier herrscht ein kleines chaos von auf und abs, hallos und tschüss´s, einpacken und auspacken und wieder einpacken und wieder auspacken und morgen wieder einpacken, abschiedstränen und wiedersehensfreuden, temperaturschwankungen und zeitversetzungen.
jetzt bin ich in buenos aires und morgen gehts los nach bolivien. vor einer woche habe ich abschied gefeiert von meinen arbeitskollegen und freunden und war 5 stunden voraus. jetzt bin ich 5 stunden zurueck. heute vor einer woche minus einem tag haben wir poolparty gefeiert und nachts im bikini rumgelegen und die ab und zu zu sehenden sterne ueber bangkok bewundert. heute dagegen packe ich mich gut ein mit t-shirt und pulli und jacke und schal und friere immer noch. ich bin innerhalb einer woche vom hochsommer über den frühherbst in den spätwinter gekommen. und heute ist frühlingsanfang.
dass thailand schon vorbei sein soll ist mir immer noch unverstaendlich. die letzten wochen sind vergangen wie im flug mit letzten erledigungen und letzten malen, von denen ich nicht realisiert habe, dass sie letzte male sind...
da ist zum beispiel die kleine geschichte am rande, wie man sie wohl nur in thailand erlebt: ich wollte mein bankkonto schliessen und bin dafuer mit meiner thai kollegin auf die bank gefahren. und zwar auf genau die filiale, in der ich das konto auch eröffnet habe, sonst geht es nicht. um aber mein restgehalt fuer den september noch zu bekommen, habe ich einen scheck ausgestellt bekommen, den ich aber nur mit noch existierenden konto einlösen konnte. also sind wir eine halbe stunde vor bankschluss (die oeffnungszeiten sind aehnlich kurz wie die deutscher banken) am schalter aufgetaucht und wollten alles ordnungsgemaess regeln. konto schliessen kein problem, aber scheck einloesen: unerklaerlicherweise wich eine der beiden unterschriften auf meinem scheck von den musterunterschriften im computersystem mit einem kleinen bogen ab. wie das passieren konnte, bleibt ein raetsel, schliesslich sind unterschriften immer und immer identisch! leider war die dame hinter dem schalter sehr hartnaeckig und wollte trotz wilden diskussionen auf thai mein geld nicht auszahlen. das heisst auf zur filiale, in der der scheck ausgestellt wurde! restzeit: 15 minuten. zeit, um mit dem auto im stau dort hin zu kommen: eine geschaetzte stunde. (aber ihr wisst ja, im bangkoker verkehr ist es unmoeglich eine zeit voraus zu sagen). die lösung: das mopedtaxi! denn das ist klein, wendig und schnell, man kann prima ruckartig fahren und ampeln sind auch nur was fuer schwaechlinge! das geplante mopedtaxivideo ist ausgefallen, ich habe meine haende zum festhalten dringenst gebraucht... und frei nach State Railway of Thailand Logik kann ich sagen: letzendlich hat die geschichte nur zu meiner besitzmehrung beigetragen: jetzt habe ich mein geld und noch ein bankkonto!
oder da ist diese geschichte von einem kleinen dinner nach der arbeit in der araberstrasse: jesse und ich wollten roti und exotisch essen. willkuerlich haben wir zwei restaurants ausgesucht, die nebeneinander liegen und sie im rotiwettbewerb antreten lassen. natuerlich kann nur eines gewinnen und wild entschlossen sind wir in das lokal unserer wahl rein spaziert. aber... möchten wir unter einem goldrahmen mit arafat und riesigen bildern von bewaffneten männern mit der unterschrift "hamas freedom fighters" essen? nein! essen soll gut und nicht politisch sein! also ab in das vorherige zweite wahl restaurant. da waren wir dann gluecklich, beschwingt und heiter: mitten in einer bollywood film kulisse isst es sich doch gleich viel netter! :) (auch ohne plüsch und kitsch und bunt hat es hervorragend geschmeckt)
...
zum abschied hat mich das projekt zum essen in einem thairestaurant eingeladen. mein chef hat eine ruehrende abschiedsrede gehalten und meine kollegen haben mir eine sehr sehr schöne karte gebastelt und einen wunderhuebschen echt-thai-seide-schal geschenkt. ich war sehr gerührt und so gar nicht darauf vorbereitet zu gehen. bis zur letzten minute nicht. auf dem weg zum flughafen habe ich so langsam realisiert, dass ich draussen bin und die bahnstrecke neben der autobahn nicht mehr zu meinem alltag gehören wird, aber der grosse schlag kam erst am flughafen - meinem zweiten zu hause waehrend der ganzen bangkok zeit - und der flug nach hause war grausam. ich wurde ein wenig rausgerissen mitten aus meinem leben in thailand und so habe ich bis jetzt noch nicht richtig abschied genommen, die stadt der engel ist noch allgegenwaertig. aber ich moechte nicht sentimental werden: SUPER WAR´S!!!!!
jetzt bin ich in buenos aires und morgen gehts los nach bolivien. vor einer woche habe ich abschied gefeiert von meinen arbeitskollegen und freunden und war 5 stunden voraus. jetzt bin ich 5 stunden zurueck. heute vor einer woche minus einem tag haben wir poolparty gefeiert und nachts im bikini rumgelegen und die ab und zu zu sehenden sterne ueber bangkok bewundert. heute dagegen packe ich mich gut ein mit t-shirt und pulli und jacke und schal und friere immer noch. ich bin innerhalb einer woche vom hochsommer über den frühherbst in den spätwinter gekommen. und heute ist frühlingsanfang.
dass thailand schon vorbei sein soll ist mir immer noch unverstaendlich. die letzten wochen sind vergangen wie im flug mit letzten erledigungen und letzten malen, von denen ich nicht realisiert habe, dass sie letzte male sind...
da ist zum beispiel die kleine geschichte am rande, wie man sie wohl nur in thailand erlebt: ich wollte mein bankkonto schliessen und bin dafuer mit meiner thai kollegin auf die bank gefahren. und zwar auf genau die filiale, in der ich das konto auch eröffnet habe, sonst geht es nicht. um aber mein restgehalt fuer den september noch zu bekommen, habe ich einen scheck ausgestellt bekommen, den ich aber nur mit noch existierenden konto einlösen konnte. also sind wir eine halbe stunde vor bankschluss (die oeffnungszeiten sind aehnlich kurz wie die deutscher banken) am schalter aufgetaucht und wollten alles ordnungsgemaess regeln. konto schliessen kein problem, aber scheck einloesen: unerklaerlicherweise wich eine der beiden unterschriften auf meinem scheck von den musterunterschriften im computersystem mit einem kleinen bogen ab. wie das passieren konnte, bleibt ein raetsel, schliesslich sind unterschriften immer und immer identisch! leider war die dame hinter dem schalter sehr hartnaeckig und wollte trotz wilden diskussionen auf thai mein geld nicht auszahlen. das heisst auf zur filiale, in der der scheck ausgestellt wurde! restzeit: 15 minuten. zeit, um mit dem auto im stau dort hin zu kommen: eine geschaetzte stunde. (aber ihr wisst ja, im bangkoker verkehr ist es unmoeglich eine zeit voraus zu sagen). die lösung: das mopedtaxi! denn das ist klein, wendig und schnell, man kann prima ruckartig fahren und ampeln sind auch nur was fuer schwaechlinge! das geplante mopedtaxivideo ist ausgefallen, ich habe meine haende zum festhalten dringenst gebraucht... und frei nach State Railway of Thailand Logik kann ich sagen: letzendlich hat die geschichte nur zu meiner besitzmehrung beigetragen: jetzt habe ich mein geld und noch ein bankkonto!
oder da ist diese geschichte von einem kleinen dinner nach der arbeit in der araberstrasse: jesse und ich wollten roti und exotisch essen. willkuerlich haben wir zwei restaurants ausgesucht, die nebeneinander liegen und sie im rotiwettbewerb antreten lassen. natuerlich kann nur eines gewinnen und wild entschlossen sind wir in das lokal unserer wahl rein spaziert. aber... möchten wir unter einem goldrahmen mit arafat und riesigen bildern von bewaffneten männern mit der unterschrift "hamas freedom fighters" essen? nein! essen soll gut und nicht politisch sein! also ab in das vorherige zweite wahl restaurant. da waren wir dann gluecklich, beschwingt und heiter: mitten in einer bollywood film kulisse isst es sich doch gleich viel netter! :) (auch ohne plüsch und kitsch und bunt hat es hervorragend geschmeckt)
...
zum abschied hat mich das projekt zum essen in einem thairestaurant eingeladen. mein chef hat eine ruehrende abschiedsrede gehalten und meine kollegen haben mir eine sehr sehr schöne karte gebastelt und einen wunderhuebschen echt-thai-seide-schal geschenkt. ich war sehr gerührt und so gar nicht darauf vorbereitet zu gehen. bis zur letzten minute nicht. auf dem weg zum flughafen habe ich so langsam realisiert, dass ich draussen bin und die bahnstrecke neben der autobahn nicht mehr zu meinem alltag gehören wird, aber der grosse schlag kam erst am flughafen - meinem zweiten zu hause waehrend der ganzen bangkok zeit - und der flug nach hause war grausam. ich wurde ein wenig rausgerissen mitten aus meinem leben in thailand und so habe ich bis jetzt noch nicht richtig abschied genommen, die stadt der engel ist noch allgegenwaertig. aber ich moechte nicht sentimental werden: SUPER WAR´S!!!!!
Tuesday, September 11, 2007
bangkok, bangkok
Ich muss euch leider mitteilen, dass ihr einiges verpasst habt hier. Ein wochenende im paradies, tauchen auf dem meeresgrund, weitere bangkok touren (nein, nicht mehr erkundungs-, sondern verkuendungstouren), meine abgebrochenen zelte in der vorherigen bleibe, eine woche malaysia als geschwisterpaar und sogar schon die erste abschiedsfeier. von den kleinen begebenheiten des alltags ganz zu schweigen. aber ich werde hier nicht ausfuehrlich berichten, denn in 4 tagen werde ich in einen thai airways flieger steigen und in 5 tagen in frankfurt landen. will ich das? mh, darum geht es hier weniger. denn es ist einfach so, manche dinge muss man nehmen wie sie kommen ohne sie in frage zu stellen. denn das war der deal und es ist beabsichtigt, dass ich noch nicht gleich ganz und vollkommen ankomme zu hause.
jeden morgen fahre ich jetzt mit dem mopedtaxi zur arbeit und das ist eigentlich eine viel nettere art den tag zu beginnen als mit einer taxifahrt im stau. das heisst viel abenteuerlicher :) gestern habe ich eine nagelneue vespa erwischt und mit 80 langzufahren macht auch gleich viel mehr spass. ich muss gestehen, ich habe eine gewisse gleichgueltigkeit gegenueber helmlosigkeit und fahren im gegenverkehr entwickelt. ebenso wie eine gewisse ignoranz gegenueber sicherheitsgurten. und im wettbewerb "geduld im stau" bin ich mittlerweile unbesiegbar...
ob ich melancholisch bin? nein, eigentlich nicht. nur so ganz glauben kann ich es auch noch nicht!
also bis bald! sehr bald... :)
jeden morgen fahre ich jetzt mit dem mopedtaxi zur arbeit und das ist eigentlich eine viel nettere art den tag zu beginnen als mit einer taxifahrt im stau. das heisst viel abenteuerlicher :) gestern habe ich eine nagelneue vespa erwischt und mit 80 langzufahren macht auch gleich viel mehr spass. ich muss gestehen, ich habe eine gewisse gleichgueltigkeit gegenueber helmlosigkeit und fahren im gegenverkehr entwickelt. ebenso wie eine gewisse ignoranz gegenueber sicherheitsgurten. und im wettbewerb "geduld im stau" bin ich mittlerweile unbesiegbar...
ob ich melancholisch bin? nein, eigentlich nicht. nur so ganz glauben kann ich es auch noch nicht!
also bis bald! sehr bald... :)
Wednesday, August 22, 2007
Post

Bald ziehe ich um! Um genau zu sein am Samstag. Danach werde ich erstmal nach Malaysia fahren (Planaenderung, Laos hat keinen Strand!) und die letzten beiden Wochen werde ich bei Katrin wohnen. Das heisst, alle an mich adressierte Post wird ab Samstag wahrscheinlich nicht mehr bei mir ankommen... Deshalb: DANKE FUER ALL EURE KARTEN, PAECKCHEN UND BRIEFE!!! Ich habe mich riesig ueber jede(s,n) einzelne(s,n) gefreut und meine Zimmerwand damit behaengt :-)
Sunday, August 5, 2007
Die Lisa ist da!
Am Mittwoch kam meine Schwester mit einem leeren Rucksack, 3 kg Suessigkeiten und 4 Wochen Zeit Thailand zu erkunden. Natuerlich wurde sie gebuehrend empfangen! Um sie nicht gleich dem Kulturschock auszusetzen habe ich mir extra groesste Muehe gegeben, nicht in die thailaendische, sehr weibliche Stimmlage zu verfallen, sondern zumindest so zu tun, als wuesste ich es nicht besser und wuerde gerade aus Deutschland kommen. Der Versuch ist trotz einem sehr monotonem „sawatdika“ voellig fehlgeschlagen, Lisas erster Kommentar war: „warum saeuselst du denn so?!?“ Die Antwort ist wohl: weil man hier automatisch sanft und lieb und nett wird. (Bis dann der grosse Knall kommt). Vielleicht mag man dann auch irgendwann nach einem laengeren Aufenthalt viele Schleifchen und Rueschchen und vor allem die Farbe pink. Ich glaube, ich werde davor nach Hause fahren… ;-) Was wieder zu der Henne-Ei-Frage ueberleitet: Gibt es in Thailand so viele Schwule, weil die Gesellschaft so weiblich ist oder ist die Gesellschaft so weiblich, weil es so viele Schwule gibt? Oder ist die Gesellschaft einfach nur so tolerant, dass sich niemand verstecken muss? Willkommen in Thailand, Schwesterherz!
Mittwochs Abend haben wir unsere anfangs so lang gepflegte Tradition gebrochen und sind nicht etwa an einem Donnerstag sondern einen ganzen Tag zu frueh auf den Nachtmarkt – als kleine Einfuehrung in die Marktlage. Die wurde kraeftig ausgekundschaftet und der Markt selbst angekurbelt.
Tagsueber durfte mein Schwesterchen also alles anschauen, was ich schon gesehen, fuer toll befunden habe, aber nicht unbedingt noch mal touristisch anschauen muss.
Donnerstags Abend haben wir als einzige Westler zu dritt einem Endorphine Konzert in einem aeusserst schoenen Restaurant auf Stelzen und im Wasser gelauscht. Endorphine ist eine sehr bekannte thailaendische Rockband, wer mich im September besuchen kommt, wird sie bestimmt hoeren koennen…!! Und DAS wird NICHT die Rausschmeissmusik! ;-)
Freitags Abend war grosses Abteilungs come together mit schick essen gehen. Na, da kommen wir doch gerne!!
Und dann war auch schon Wochenende und Bangkok anschauen angesagt. Erster Tag: gemuetliches Fruehstueck in der Oase und dann Chatuchak. Und sie ward’ nimmer wieder geseh’n… Weiter als bis ins Antiquitaetencafe haben wirs dann auch nicht mehr geschafft. Aber da dort seit neuestem jeden Abend live Thai Musik kommt und die Tuer zum Pool nachts auch wieder offen steht, ist das auch nicht so tragisch…
Zweiter Tag: Volles Programm. Erawan-Shrine, Phallus-Schrein, Sri Mariammam Tempel, Booetchen fahren, Wat Pho Gegend, Wat Arun, Bustickets besorgen, mbk, Sushi essen und just in time ins Kino, um dem Koenig und „Paris, je t’aime“ zu huldigen. „Paris, je t’aime“ kann ich nur empfehlen, ein wunderschoener Film! So schoen europaeisch und ich war so gefangen in den Strassen von Paris, wie man es vielleicht nur sein kann, wenn man gerade weit weg von zu Hause ist. Die Thais fanden das nicht so, jedenfalls war das Kino vor Ende des Films ziemlich leer… Und ich, ich war ein wenig irritiert, mich auf den Strassen von Bangkok wieder zu finden.
Montags morgen um viertel vor 5h hat sich Lisa dann auf und davon geschlichen, um nach Koh Pagnan zu fahren und erstmal Inselerkundung zu betreiben. Am Samstag treffen wir uns dann auf Koh Tao, ich freu mich schon! Denn Koh Tao ist ja das Paradies… das man im Schlaf erreicht und wo es Buchten wie riesige Badewannen gibt und solche mit mehr Tiefgang, bunte Fische und Haengematten mit Meeresblick…
Also, liebe Eltern, wie ihr seht, es gut uns mindestens genauso gut in Thailand wie euch in Schweden! ;-)
Mittwochs Abend haben wir unsere anfangs so lang gepflegte Tradition gebrochen und sind nicht etwa an einem Donnerstag sondern einen ganzen Tag zu frueh auf den Nachtmarkt – als kleine Einfuehrung in die Marktlage. Die wurde kraeftig ausgekundschaftet und der Markt selbst angekurbelt.
Tagsueber durfte mein Schwesterchen also alles anschauen, was ich schon gesehen, fuer toll befunden habe, aber nicht unbedingt noch mal touristisch anschauen muss.
Donnerstags Abend haben wir als einzige Westler zu dritt einem Endorphine Konzert in einem aeusserst schoenen Restaurant auf Stelzen und im Wasser gelauscht. Endorphine ist eine sehr bekannte thailaendische Rockband, wer mich im September besuchen kommt, wird sie bestimmt hoeren koennen…!! Und DAS wird NICHT die Rausschmeissmusik! ;-)
Freitags Abend war grosses Abteilungs come together mit schick essen gehen. Na, da kommen wir doch gerne!!
Und dann war auch schon Wochenende und Bangkok anschauen angesagt. Erster Tag: gemuetliches Fruehstueck in der Oase und dann Chatuchak. Und sie ward’ nimmer wieder geseh’n… Weiter als bis ins Antiquitaetencafe haben wirs dann auch nicht mehr geschafft. Aber da dort seit neuestem jeden Abend live Thai Musik kommt und die Tuer zum Pool nachts auch wieder offen steht, ist das auch nicht so tragisch…
Zweiter Tag: Volles Programm. Erawan-Shrine, Phallus-Schrein, Sri Mariammam Tempel, Booetchen fahren, Wat Pho Gegend, Wat Arun, Bustickets besorgen, mbk, Sushi essen und just in time ins Kino, um dem Koenig und „Paris, je t’aime“ zu huldigen. „Paris, je t’aime“ kann ich nur empfehlen, ein wunderschoener Film! So schoen europaeisch und ich war so gefangen in den Strassen von Paris, wie man es vielleicht nur sein kann, wenn man gerade weit weg von zu Hause ist. Die Thais fanden das nicht so, jedenfalls war das Kino vor Ende des Films ziemlich leer… Und ich, ich war ein wenig irritiert, mich auf den Strassen von Bangkok wieder zu finden.
Montags morgen um viertel vor 5h hat sich Lisa dann auf und davon geschlichen, um nach Koh Pagnan zu fahren und erstmal Inselerkundung zu betreiben. Am Samstag treffen wir uns dann auf Koh Tao, ich freu mich schon! Denn Koh Tao ist ja das Paradies… das man im Schlaf erreicht und wo es Buchten wie riesige Badewannen gibt und solche mit mehr Tiefgang, bunte Fische und Haengematten mit Meeresblick…
Also, liebe Eltern, wie ihr seht, es gut uns mindestens genauso gut in Thailand wie euch in Schweden! ;-)
Peking before the Olympics
Long weekend = long trip. Well, not exactly long but at least far away. With another visa in my passport we entered the Egypt plane and flew to Beijing. We means Jesse, little Nathan (or affectionally called Nate) - and me, of course.
More to follow.
More to follow.
Friday, July 27, 2007
deutsche beziehungen
Am Donnerstag, den 26. Juli 2007 wurden alle deutschen Praktikanten der Stadt Bangkok in die Residenz des deutschen Botschafters Hr. Dr. Bruemmer und seiner Gattin in der "Embassy of the Federal Republic of Germany, 9 South Sathorn Road" geladen. Es gab einen Stehempfang im parkaehnlichen Garten mit hoeflichen Floskeln und auch einigen interessanteren Dingen, richtig spannend wurde es aber beim Empfang im Wohnzimmer des Herrn Botschafters, in dem sonst die Grossen der deutschen Wirtschaft in Thailand sitzen oder auch mal ein General der derzeitigen "Regierung" Thailands sich im vertrauten Gespraech zum Tabuthema "was passiert, wenn der schon etwas gealterte Koenig stirbt" aeussert.
Der Herr Botschafter ist eine ausserst interessante Persoenlichkeit und versteht es dementsprechend gut, die thailaendische Situation im allgemeinen und besonderen auf eine sehr ehrliche und diplomatische Weise zu umreissen. Das wiederum verstehen nicht alle deutschen Praktikanten der Stadt Bangkok. Nun gut, man koennte sagen, das ist schliesslich der Job eines Botschafters. Nichtsdestotrotz fand ich es sehr bemerkenswert und in vielen Aussagen habe ich meine Eindruecke wiedergefunden. Nur dem einen an diesem Abend viel zitierten Trend kann ich nicht richtig zustimmen: Das Bild der Chinesen haette sich in Thailand zum Positiven gewendet, alles was aus China kommt wird hoch geachtet - sei es Mensch, Maschine, Lehre oder Bauteil. Nur warum kaempfen wir dann tagtaeglich fuer eine wohlgesonnene Ansicht unserer chinesischen Vertragspartner? Darauf wusste dann leider auch der Herr Botschafter keine Antwort. Dafuer bekommt ihr was zu gucken: ein Stueck des Viadukts im romantischen Abendlicht - da arbeiten naemlich die Chinesen gerade.
Ja, und dann gab es noch eine kleine Diskussion ueber die Laufbahn im auswaertigen Amt, ueber das auswaertige Amt an sich, wie gross das Interesse an der deutschen Sprache und Kultur in Thailand ist und gross jenes an thailaendischen Frauen in gewissen deutschen Kreisen. Und natuerlich hinterher private Diskussion und gemeinsame Party der deutschen Praktikanten. Die kommen aus allen denkbaren Bereichen - von Touristik ueber Jura und Wirtschaft ist alles dabei. Nun gut, um ehrlich zu sein, habe ich den Abend sehr genossen, aber habe jetzt erstmal genug von ausschliesslich deutschen Veranstaltungen mit ausschliesslich deutschen Menschen um mich herum, die unheimlich gerne ihre deutschen Meinungen vertreten. So, das war jetzt auch deutsch. 4 Monate in einer fremden Kultur gehen eben doch nicht ganz spurlos vorbei und um noch einmal ehrlich zu sein: das ist auch gut so.
Der Herr Botschafter ist eine ausserst interessante Persoenlichkeit und versteht es dementsprechend gut, die thailaendische Situation im allgemeinen und besonderen auf eine sehr ehrliche und diplomatische Weise zu umreissen. Das wiederum verstehen nicht alle deutschen Praktikanten der Stadt Bangkok. Nun gut, man koennte sagen, das ist schliesslich der Job eines Botschafters. Nichtsdestotrotz fand ich es sehr bemerkenswert und in vielen Aussagen habe ich meine Eindruecke wiedergefunden. Nur dem einen an diesem Abend viel zitierten Trend kann ich nicht richtig zustimmen: Das Bild der Chinesen haette sich in Thailand zum Positiven gewendet, alles was aus China kommt wird hoch geachtet - sei es Mensch, Maschine, Lehre oder Bauteil. Nur warum kaempfen wir dann tagtaeglich fuer eine wohlgesonnene Ansicht unserer chinesischen Vertragspartner? Darauf wusste dann leider auch der Herr Botschafter keine Antwort. Dafuer bekommt ihr was zu gucken: ein Stueck des Viadukts im romantischen Abendlicht - da arbeiten naemlich die Chinesen gerade.
Ja, und dann gab es noch eine kleine Diskussion ueber die Laufbahn im auswaertigen Amt, ueber das auswaertige Amt an sich, wie gross das Interesse an der deutschen Sprache und Kultur in Thailand ist und gross jenes an thailaendischen Frauen in gewissen deutschen Kreisen. Und natuerlich hinterher private Diskussion und gemeinsame Party der deutschen Praktikanten. Die kommen aus allen denkbaren Bereichen - von Touristik ueber Jura und Wirtschaft ist alles dabei. Nun gut, um ehrlich zu sein, habe ich den Abend sehr genossen, aber habe jetzt erstmal genug von ausschliesslich deutschen Veranstaltungen mit ausschliesslich deutschen Menschen um mich herum, die unheimlich gerne ihre deutschen Meinungen vertreten. So, das war jetzt auch deutsch. 4 Monate in einer fremden Kultur gehen eben doch nicht ganz spurlos vorbei und um noch einmal ehrlich zu sein: das ist auch gut so.
krabi
Es gibt Dinge, die wuerde ich gerne mit euch teilen und nicht nur mit-teilen. Zum Beispiel wie es ist, mit einem kleinen gepackten Rucksack bei finsterer Nacht durch den Schlamm und durchs Meer zu waten – immer schoen aufpassend, dass kein Schuh stecken bleibt und man nicht ins Wasser faellt – in ein Longtailboat zu klettern und dann durch die Wellen zu pfluegen. Im Dunkeln kann man schemenhaft meterhohe Felsen im Wasser erkennen, der Mond spiegelt sich im Meer und am Himmel woelbt sich die Milchstrasse. Und weil gerade Ebbe ist, watet man dann auch wieder bei Sternenlicht durchs flache Meer und Mangrovenschlamm auf ein paar Lichter am Strand zu, die die Bleibe markieren. So hat mich Railay Beach bei Krabi mit einem Hauch von Abenteuer empfangen und ihr koennt euch sicher vorstellen, dass es schlechtere Empfaenge gibt ;)
Die Bleibe war ein nagelneuer ziemlich geraeumiger Holzbungalow mit Luxusbad und Holzveranda, deren Ausblick gruene Vegatation, Swimming Pool, Meer und – ok, ich geb es zu – ein paar Pissoirs hinter den Blaettern war. Mit auf Krabi geblieben sind Katrin und ihre Freundin Caroline, die mich beim Essen das Fuerchten gelehrt hat. Sie war naemlich 4 Wochen Lehrerin in einem Waisenhaus und hat von einer Kollegin erzaehlt, die durch stehendes Wasser gelaufen ist und sich dabei Wuermer geholt hat, die sich in den Fuss fressen, dort ihre Eier ablegen und deren Larven sich dann mit dem Ziel „Organe“ nach oben durchfressen. Die Kollegin hat es auch nur gemerkt, weil sie die schon mal in Tansania hatte und dann 2 Monate zu Hause im Krankenhaus bleiben durfte. Gluecklicherweise gibt’s ja auch in Kambodscha Aerzte (0,2 pro 1000 Einwohner wie ich nach meinem Fieber rausgefunden habe), die die Eier wieder aus den Fuessen holen koennen - dummerweise aber keine Betaeubungsmittel. Ja, also, ne, da war ich dann doch ganz froh, dass das Meer nicht ganz steht…
Aber jetzt wieder zu den huebschen Dingen: Zum Beispiel zum Railey West Strand. Das ist DER Strand, der eigentlich eine Bucht ist, an der sich rechts und links die Felsen hochziehen. SUPERschoen! Das Postkartenmotiv. Und jetzt das ganze bei Nacht… (hatte ich schon die Milchstrasse erwaehnt?!)
Und weil Krabi das Kletterparadies schlechthin ist, sind wir natuerlich auch ein paar Felswaende hoch. Katrin mehr und ich weniger :D Und ueber einen roten und sehr lehmigen, vor allem aber SEHR steilen Weg auf einen Aussichtspunkt. Also es geeeeht mit Flipflops …;) Und ansonsten haben wir das Wetter genossen (von wegen Regenzeit) und den Blick, den Strand, sich in den Wellen treiben zu lassen und die Felsen vom Kajak aus… Hachja, es ist schon schoen, wenn man einfach so uebers Wochenende zu den Traumstraenden fliegen kann! Und natuerlich ist es auch viel toller zu teilen als mit zu teilen ;)
Fuer Paul. Damit er sieht, dass ich immer fleissig lerne! :)
Die Bleibe war ein nagelneuer ziemlich geraeumiger Holzbungalow mit Luxusbad und Holzveranda, deren Ausblick gruene Vegatation, Swimming Pool, Meer und – ok, ich geb es zu – ein paar Pissoirs hinter den Blaettern war. Mit auf Krabi geblieben sind Katrin und ihre Freundin Caroline, die mich beim Essen das Fuerchten gelehrt hat. Sie war naemlich 4 Wochen Lehrerin in einem Waisenhaus und hat von einer Kollegin erzaehlt, die durch stehendes Wasser gelaufen ist und sich dabei Wuermer geholt hat, die sich in den Fuss fressen, dort ihre Eier ablegen und deren Larven sich dann mit dem Ziel „Organe“ nach oben durchfressen. Die Kollegin hat es auch nur gemerkt, weil sie die schon mal in Tansania hatte und dann 2 Monate zu Hause im Krankenhaus bleiben durfte. Gluecklicherweise gibt’s ja auch in Kambodscha Aerzte (0,2 pro 1000 Einwohner wie ich nach meinem Fieber rausgefunden habe), die die Eier wieder aus den Fuessen holen koennen - dummerweise aber keine Betaeubungsmittel. Ja, also, ne, da war ich dann doch ganz froh, dass das Meer nicht ganz steht…
Aber jetzt wieder zu den huebschen Dingen: Zum Beispiel zum Railey West Strand. Das ist DER Strand, der eigentlich eine Bucht ist, an der sich rechts und links die Felsen hochziehen. SUPERschoen! Das Postkartenmotiv. Und jetzt das ganze bei Nacht… (hatte ich schon die Milchstrasse erwaehnt?!)
Und weil Krabi das Kletterparadies schlechthin ist, sind wir natuerlich auch ein paar Felswaende hoch. Katrin mehr und ich weniger :D Und ueber einen roten und sehr lehmigen, vor allem aber SEHR steilen Weg auf einen Aussichtspunkt. Also es geeeeht mit Flipflops …;) Und ansonsten haben wir das Wetter genossen (von wegen Regenzeit) und den Blick, den Strand, sich in den Wellen treiben zu lassen und die Felsen vom Kajak aus… Hachja, es ist schon schoen, wenn man einfach so uebers Wochenende zu den Traumstraenden fliegen kann! Und natuerlich ist es auch viel toller zu teilen als mit zu teilen ;)
Fuer Paul. Damit er sieht, dass ich immer fleissig lerne! :)
Tuesday, July 24, 2007
Laura muss lernen...
Laura muss lernen, ihre Eindruecke sofort niederzuschreiben und angefangene Berichte auch zu Ende zu bringen, damit sie veroeffentlich werden koennen (und das ganze ohne anklagender Stimme "Nein, Laura, du musste noch deinen Bericht schreiben, ich will jetzt lesen!!"). Denn wenn man jedes Wochenende auf Achse ist, buendeln sich die Erlebnisse so sehr, dass man sie nach einem weiteren wunderbaren Erkunden eines neuen Ortes einmal aussortieren sollte, um sie nicht im Chaos versinken zu lassen. Natuerlich uebertreibe ich der Illustration willen mal wieder, aber die Kernaussage stimmt.
Und bis die Eindruecke nieder geschrieben, die angefangenen Berichte zu Ende gebracht und die Fotos aussortiert sind, kommt hier ein kleiner Ueberblick der letzten Wochen:
Nachdem Tine am ersten Julisamstag nach Hause geflogen ist, bin ich das vorerst vorvorletzte Wochenende in Bangkok geblieben, habe den Samstag mit diversen schoenen Dingen und Katrin und Jesse verbracht und bin am Sonntag ins Nationalmuseum und durch Bangkok und habe angefangen wieder Reisefuehrer zu lesen. Neue Plaene mussten her! Nach ein paar Tagen, waren die auch gefunden:
Vom 13.-15. Juli bin ich mit Patrick nach Chiang Rai geflogen, um 2 Tage durch den Dschungel zu tigern und in einer Bambushuette zu uebernachten.
Letztes Wochenende gings nach Krabi (der Strand mit den gigantischen Felsen) zusammen mit Katrin und ihrer Freundin Caroline zum Sonnen und Klettern.
Naechstes Wochenende hat die Koenigin Geburtstag und wir am Montag frei. Das wird genutzt, um mit Jesse nach Beijing zu fliegen, um die chinesische Mauer zu besteigen.
Mittwochs (der 1.8. = morgen in einer Woche) kommt die Lisa!!!! Was der Grund fuer das vorerst vorletzte Wochenende in Bangkok ist :-)
Das Wochende danach ist wieder lang (der Aufenthaltsort wird noch bestimmt) und an dessen Montag kommt Fusako aus Japan! Juhuuuu!!!
In der Woche vom 18.8. bis 26.8. steht dann Laos auf dem Programm, am 1. September fliegt mein Schwesterchen wieder heim - es bleiben noch ein vorerst letztes Wochenende in Bangkok, ein weiteres woanders und dann gehts Samstag auch schon nach Hause. Fuer 2 Tage.
Fazit: Die Zeit rast, ich habe dafuer eine Super hier und ich komme nicht nach mit Berichten. :)
Und bis die Eindruecke nieder geschrieben, die angefangenen Berichte zu Ende gebracht und die Fotos aussortiert sind, kommt hier ein kleiner Ueberblick der letzten Wochen:
Nachdem Tine am ersten Julisamstag nach Hause geflogen ist, bin ich das vorerst vorvorletzte Wochenende in Bangkok geblieben, habe den Samstag mit diversen schoenen Dingen und Katrin und Jesse verbracht und bin am Sonntag ins Nationalmuseum und durch Bangkok und habe angefangen wieder Reisefuehrer zu lesen. Neue Plaene mussten her! Nach ein paar Tagen, waren die auch gefunden:
Vom 13.-15. Juli bin ich mit Patrick nach Chiang Rai geflogen, um 2 Tage durch den Dschungel zu tigern und in einer Bambushuette zu uebernachten.
Letztes Wochenende gings nach Krabi (der Strand mit den gigantischen Felsen) zusammen mit Katrin und ihrer Freundin Caroline zum Sonnen und Klettern.
Naechstes Wochenende hat die Koenigin Geburtstag und wir am Montag frei. Das wird genutzt, um mit Jesse nach Beijing zu fliegen, um die chinesische Mauer zu besteigen.
Mittwochs (der 1.8. = morgen in einer Woche) kommt die Lisa!!!! Was der Grund fuer das vorerst vorletzte Wochenende in Bangkok ist :-)
Das Wochende danach ist wieder lang (der Aufenthaltsort wird noch bestimmt) und an dessen Montag kommt Fusako aus Japan! Juhuuuu!!!
In der Woche vom 18.8. bis 26.8. steht dann Laos auf dem Programm, am 1. September fliegt mein Schwesterchen wieder heim - es bleiben noch ein vorerst letztes Wochenende in Bangkok, ein weiteres woanders und dann gehts Samstag auch schon nach Hause. Fuer 2 Tage.
Fazit: Die Zeit rast, ich habe dafuer eine Super hier und ich komme nicht nach mit Berichten. :)
Thursday, July 12, 2007
Plaeneschmiede & So Bangkok Geschichten
SO.
Es sind noch nicht alle Fluege gebucht, aber alle Plaene gemacht bzw erdacht. (siehe naechster Post)
Und ich nutze diesen Post, um euch Geschichten aus dem Bangkok Leben zu erzaehlen, von denen mir demletzt aufgefallen ist, dass sie eben das - also auffallen - gar nicht mehr tun. Damit ihr nicht den Eindruck bekommt, ich uebertreibe hier masslos, finde einfach AAAALLES supertoll und verliere meinen Sinn zur konstruktiven Kritik...
Da gibt es zum Beispiel diese Gehwege in Bangkok. Die man vielleicht besser Stolperwege oder "ich-schaue-krampfhaft-auf-den-boden-und-versuche-in-einer-erschwerten-multitasking-aufgabe-mit-den-absaetzen-nirgendwo-haengenzubleiben-und-mir-nichts-zu-brechen-Pfade" nennen sollte. Denn mit einem Auge schaut man besser nach vorne, sonst haengt man an einem Baum. Oder man tritt auf einen losen Gullideckel und faellt in ein Loch. Alles schon passiert! Nur Gott sei Dank nicht mir :) Dafuer gibt es dann solche Strassen, bei denen der Strassenbauer besonders schlau war und den Gehweg einfach weggelassen hat. Macht aber auch nix, dann geht man halt auf Tuchfuehlung mit Mopedfahrern. Einmal haben mich meine Reflexe gerade noch so vor der Motorhaube eines dicken Gelaendewagens gerettet. Ja, da hat der Fahrer dann auch nicht schlecht geschaut... Aber dafuer ist es jetzt fuer mich kein Problem mehr, eine stark befahrene 7-spurige Strasse zu ueberqueren. Stark befahren heisst dann 9 Spuren.
Und dann sind da noch diese Hunde auf der Strasse. Manchmal sind mehr Hunde auf der Strasse als Menschen. Und weil die Hunde auf der Strasse sind, sehen sie auch aus wie Strassenhunde. Manchmal bekommt so ein Hund einen Kampfanfall und versperrt den Weg nach Hause. Da muss man dann die letzten 20m bis zur Haustuer mit dem Taxi fahren. Wie gut, dass Taxi fahren so billig ist! Auch das ist nicht mir passiert....... :D
Nur so nebenbei:
Was haltet ihr von 2 Stunden Badminton bei ueber 30 Grad (nachts wohlgemerkt) mit rappendem Wrap im Bauch (der Kategorie "das Essen war auch mal wieder fuern A...")?
Mehr gibts spaeter.
Es sind noch nicht alle Fluege gebucht, aber alle Plaene gemacht bzw erdacht. (siehe naechster Post)
Und ich nutze diesen Post, um euch Geschichten aus dem Bangkok Leben zu erzaehlen, von denen mir demletzt aufgefallen ist, dass sie eben das - also auffallen - gar nicht mehr tun. Damit ihr nicht den Eindruck bekommt, ich uebertreibe hier masslos, finde einfach AAAALLES supertoll und verliere meinen Sinn zur konstruktiven Kritik...
Da gibt es zum Beispiel diese Gehwege in Bangkok. Die man vielleicht besser Stolperwege oder "ich-schaue-krampfhaft-auf-den-boden-und-versuche-in-einer-erschwerten-multitasking-aufgabe-mit-den-absaetzen-nirgendwo-haengenzubleiben-und-mir-nichts-zu-brechen-Pfade" nennen sollte. Denn mit einem Auge schaut man besser nach vorne, sonst haengt man an einem Baum. Oder man tritt auf einen losen Gullideckel und faellt in ein Loch. Alles schon passiert! Nur Gott sei Dank nicht mir :) Dafuer gibt es dann solche Strassen, bei denen der Strassenbauer besonders schlau war und den Gehweg einfach weggelassen hat. Macht aber auch nix, dann geht man halt auf Tuchfuehlung mit Mopedfahrern. Einmal haben mich meine Reflexe gerade noch so vor der Motorhaube eines dicken Gelaendewagens gerettet. Ja, da hat der Fahrer dann auch nicht schlecht geschaut... Aber dafuer ist es jetzt fuer mich kein Problem mehr, eine stark befahrene 7-spurige Strasse zu ueberqueren. Stark befahren heisst dann 9 Spuren.
Und dann sind da noch diese Hunde auf der Strasse. Manchmal sind mehr Hunde auf der Strasse als Menschen. Und weil die Hunde auf der Strasse sind, sehen sie auch aus wie Strassenhunde. Manchmal bekommt so ein Hund einen Kampfanfall und versperrt den Weg nach Hause. Da muss man dann die letzten 20m bis zur Haustuer mit dem Taxi fahren. Wie gut, dass Taxi fahren so billig ist! Auch das ist nicht mir passiert....... :D
Nur so nebenbei:
Was haltet ihr von 2 Stunden Badminton bei ueber 30 Grad (nachts wohlgemerkt) mit rappendem Wrap im Bauch (der Kategorie "das Essen war auch mal wieder fuern A...")?
Mehr gibts spaeter.
Monday, July 9, 2007
PREISRAETSEL
Weil ihr lieber ueber meine Frisur diskutiert als euch Gedanken ueber die wirklich wichtigen Dinge zu machen, helfe ich euch mal ein wenig auf die Spruenge: Irgendwo auf diesem Blog haben Menschen ein paar Namen. So wie immer eben. Aber natuerlich nicht ganz gewoehnliche Namen, sondern ungewoehnlich unpassende Namen.
Die Frage: Wo? Was? Was heisst's?
Der Preis: Eine Ueberaschung im Briefkasten. (Von jedem Namen eines... :D nein, kleiner Scherz)
Mitmachen duerfen alle, die sich nicht ueber meine Frisur lustig gemacht haben! :p Nein, auch kleiner Scherz! :)
Weil ihr lieber ueber meine Frisur diskutiert als euch Gedanken ueber die wirklich wichtigen Dinge zu machen, helfe ich euch mal ein wenig auf die Spruenge: Irgendwo auf diesem Blog haben Menschen ein paar Namen. So wie immer eben. Aber natuerlich nicht ganz gewoehnliche Namen, sondern ungewoehnlich unpassende Namen.
Die Frage: Wo? Was? Was heisst's?
Der Preis: Eine Ueberaschung im Briefkasten. (Von jedem Namen eines... :D nein, kleiner Scherz)
Mitmachen duerfen alle, die sich nicht ueber meine Frisur lustig gemacht haben! :p Nein, auch kleiner Scherz! :)
Liebe Kurzzeitmitbewohnerin, Reisekumpanin, Eindruecke-Sammlerin und An-Bangkok-Anpasserin,
weil mir jetzt eine fehlt, die mich dazu zwingt, immer fleissig Blog zu schreiben, widme ich diesen Eintrag dir.
weil mir jetzt eine fehlt, die mich dazu zwingt, immer fleissig Blog zu schreiben, widme ich diesen Eintrag dir.
Ich habe heute einen Kaffee gemacht und er schmeckt einfach nicht so gut.
Ich war gestern im Nationalmuseum und es war keine dabei, die gesagt hat "oh, schau mal!"
Ich habe eine Mail erhalten und wuerde sie gerne mit dir diskutieren.
Ich habe unseren besten Freund, den Obstmann getroffen und habe zwei sapalot bestellt, von denen ich eine heute morgen wegschmeissen musste, weil sie schlecht war :D
Die Anzahl der Fotos vom Sonntag ist viel geringer und auf keinem einzigen ist ein blondes Maedchen.
In meinem Zimmer sieht es so ordentlich aus.
Zum Mittagessen musste ich meine Tasche mitnehmen und keiner hat sein Fleisch aus der Suppe gepuhlt.
Niemand hat bei Jesse die Thailiegen besetzt und Gespraechsthema Nr.1 waren Regensburg, Flugzeiten und Schlaftabletten.
Und das Taxifahren ist auf einmal doppelt so teuer ;-)
Es hat riesigen Spass hier mit dir gemacht und ich wuensche dir eben so viel zu Hause!!!
Und ich hoffe, du kannst diesen Eintrag ohne Kontaktlinsen ueberhaupt lesen... :D
Bis bald...
Ich war gestern im Nationalmuseum und es war keine dabei, die gesagt hat "oh, schau mal!"
Ich habe eine Mail erhalten und wuerde sie gerne mit dir diskutieren.
Ich habe unseren besten Freund, den Obstmann getroffen und habe zwei sapalot bestellt, von denen ich eine heute morgen wegschmeissen musste, weil sie schlecht war :D
Die Anzahl der Fotos vom Sonntag ist viel geringer und auf keinem einzigen ist ein blondes Maedchen.
In meinem Zimmer sieht es so ordentlich aus.
Zum Mittagessen musste ich meine Tasche mitnehmen und keiner hat sein Fleisch aus der Suppe gepuhlt.
Niemand hat bei Jesse die Thailiegen besetzt und Gespraechsthema Nr.1 waren Regensburg, Flugzeiten und Schlaftabletten.
Und das Taxifahren ist auf einmal doppelt so teuer ;-)
Es hat riesigen Spass hier mit dir gemacht und ich wuensche dir eben so viel zu Hause!!!
Und ich hoffe, du kannst diesen Eintrag ohne Kontaktlinsen ueberhaupt lesen... :D
Bis bald...
Friday, July 6, 2007
Reiche Abendplaene
Und unter der Woche? Und neben dem ganzen Reisen?
Jesse meinte demletzt, ich wuerde die Candle from both edges ab-burnen. Das hat mich an meine Landlady in New Jersey erinnert, die dasselbe gesagt hat, als ich zu Weihnachten krank wurde. Und tatsaechlich bin ich etwas krank. Das kommt wohl von kalten Klimaanlagen in Flugzeugen und Meeting Rooms, von niemals ausschlafen koennen, vom staendigen unterwegs sein und alles mitnehmen und von ein paar hustenden menschen aussenrum. und nein, ich bin NICHT das bazillenmutterschiff! oder vielleicht doch?
aber warum eigentlich so negativ?! SO heisst das:
wir sind reich! reich an scheinen, reich an eindruecken, reich an plaenen und eben auch ein bisschen an bazillen ;)
achja, und was wir nun unter der woche so tun, koennt ihr z.b. auf dem bild unten sehen. huebsch, nicht wahr?! (da war die Frisur noch in Ordnung! ;D )
Jesse meinte demletzt, ich wuerde die Candle from both edges ab-burnen. Das hat mich an meine Landlady in New Jersey erinnert, die dasselbe gesagt hat, als ich zu Weihnachten krank wurde. Und tatsaechlich bin ich etwas krank. Das kommt wohl von kalten Klimaanlagen in Flugzeugen und Meeting Rooms, von niemals ausschlafen koennen, vom staendigen unterwegs sein und alles mitnehmen und von ein paar hustenden menschen aussenrum. und nein, ich bin NICHT das bazillenmutterschiff! oder vielleicht doch?
aber warum eigentlich so negativ?! SO heisst das:
wir sind reich! reich an scheinen, reich an eindruecken, reich an plaenen und eben auch ein bisschen an bazillen ;)
achja, und was wir nun unter der woche so tun, koennt ihr z.b. auf dem bild unten sehen. huebsch, nicht wahr?! (da war die Frisur noch in Ordnung! ;D )
Tuesday, July 3, 2007
Nach 3 Monaten kommt immer das Tief
In Grundlagen der interkulturellen Kommunikation habe ich gelernt, dass sich nach 3 Monaten Auslandsaufenthalt der Kulturschock einstellt. Aus meinen frueheren Auslandsaufenthalten kann ich das auch gut bestaetigen. Das mag nun an den verschiedensten Dingen liegen und nicht unbedingt nur etwas mit dem mehr oder weniger fremden Kulturkreis zu tun haben. Zum Beispiel, dass nach 3 Monaten der Umzug vom unglaublich und unfassbar aufregenden New York in die unvorstellbar spannende Wildnis der abgestoppelten Maisfelder von Indiana erfolgt.
Aber das ist hier ja gar nicht das Thema. Eigentlich wollte ich sagen: Ich bin jetzt genau 3 Monate und 3 Tage hier. Das heisst genau jetzt muesste sich also das beruehmte Tief der Spannungs- und Stimmungskurve einstellen. Und gestern war es dann auch tatsaechlich soweit, ich konnte es nicht mehr laenger hinaus zoegern und habe dem Friseur einen Besuch abgestattet. Jetzt habe ich zu allem Uebel auch noch eine Asiatenfrisur auf einem Europaerkopf. Die hat zwar dank der Luftfeuchtigkeit eine Halbwertszeit von 10 Minuten, das macht das Ganze allerdings auch nicht besser. Gluecklicherweise steht vor jedem Friseurstuhl ein Minifernseher und ich konnte mich krampfhaft auf Emergency Room konzentrieren, da werden die Notfaelle wenigstens behandelt und nicht verursacht. Ansonsten haette ich nach all den Haaren auch noch mein Gesicht verloren…
Aber das ist hier ja gar nicht das Thema. Eigentlich wollte ich sagen: Ich bin jetzt genau 3 Monate und 3 Tage hier. Das heisst genau jetzt muesste sich also das beruehmte Tief der Spannungs- und Stimmungskurve einstellen. Und gestern war es dann auch tatsaechlich soweit, ich konnte es nicht mehr laenger hinaus zoegern und habe dem Friseur einen Besuch abgestattet. Jetzt habe ich zu allem Uebel auch noch eine Asiatenfrisur auf einem Europaerkopf. Die hat zwar dank der Luftfeuchtigkeit eine Halbwertszeit von 10 Minuten, das macht das Ganze allerdings auch nicht besser. Gluecklicherweise steht vor jedem Friseurstuhl ein Minifernseher und ich konnte mich krampfhaft auf Emergency Room konzentrieren, da werden die Notfaelle wenigstens behandelt und nicht verursacht. Ansonsten haette ich nach all den Haaren auch noch mein Gesicht verloren…
Hanoi
der Eintrag folgt, sobald ich ueber den Verlust meines Geldbeutels und die immense Koerperverletzung an meiner Tasche hinweg bin...
trotzdem war's toll, Hanoi ist super!
trotzdem war's toll, Hanoi ist super!
Tuesday, June 26, 2007
das wochenende. in BANGKOK!
Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich an einem Samstag ausschlafen konnte... Und dann auch noch in meinem eigenen Bett!!! Natuerlich hatten Tine und ich uns trotzdem viel vorgenommen, schliesslich ist es das letzte Wochenende in Bangkok von Tine und das erste nach 5 Wochen fuer uns beide: Jim Thompson House, Wat Arun, mbk, Siam, das koenigliche
Bootmuseum, ... Das Jim Thompson House ist wunderschoen, eigentlich sind es 6 alte traditionelle Thaihaeuser (also aus Teakholz und auf Stelzen), die aneinander gebaut und architektonisch verbunden sind. Jim Thompson war ein Architekt, der mit dem Handel von Thaiseide reich geworden ist und der einen unglaublichen Sinn fuer Aesthetik und Atmosphaere hatte. Muss er wohl, sonst wuerde es in den Haeusern mit seinen Kunstschaetzen und Antiquitaeten aus ganz Asien nicht so schoen aussehen... Ausserdem
gibt es dort Minz-Litchee-Lemon-Shakes und Sprudel. Das mag fuer euch vielleicht nicht sonderlich toll klingen (ausser dem Shake hoffentlich), aber fuer uns ist das hier wie fuer manch andere eine Flasche Champagner. Damit stoesst man sogar im Buero an! So weit so gut. Im wahrsten Sinn des Wortes. Denn viel weiter als zwei Strassen sind wir nicht gekommen. DA ist naemlich das mbk... und das mbk ist - wie dem geneigten Leser sofort in den Kopf kommt :) - ein shopping center. Und vom mbk kann man ganz leicht ins Siam. Und von dort ins Siam Central. Und ins Siam Paragon. Und es gibt dort auch nicht nur viele, viele Geschaefte, sondern auch Restaurants. Zum Beispiel japanische. Da kann man ein Festmahl fuer 4 Euro
essen. Inklusive frischem Wassermelonenshake. Und so haben wir auch nicht wieder das Tageslicht ohne Scheibe gesehen und auch nichts als ein paar nasser Gestalten vom Regenzeitregen mitbekommen. Dafuer haben wir Schuhe, ein Kleid, Geschenke :), Tines Perfekt-Sonnenbrille und meinen Ich-bin-kein-Backpacker!!-Backpack und noch so einiges anderes mit bekommen. 7 Stunden lang wohlgemerkt! Ich berichte euch auch nur davon, weil ich noch darueber lachen kann und die Tussigkeitsgrenze erst bei der Pedikuere ueberschritten wird. ;) (Nein, Tine, es heisst NICHT Fusspflege!) Allerdings lernt man ja mal irgendwann am Anfang, dass eine Zahl ohne Masseinheit nichts aussagt und genauso ist es mit Bangkok und der Tussigkeit. (Nicht zu verwechseln mit Rumgezicke, das gibts hier nicht!)
Jedenfalls waren wir danach sowas von fertig, dass wir es mit all unseren Tueten gerade noch so in ein Taxi und mit Obst von unserem besten Freund zu Hause aufs Bett zum Film schauen geschafft haben.
Ko Kret ist eine Toepferinsel. Es gibt 6 Doerfer, die ueber ganz schmale Gaesschen verbunden sind. Autos gibts nicht. Es ist alles so ein kleines Durcheinander aus Marktstaenden, Gaesschen, Gaerten, Haeusern, Tonbrennereien, Anlegestegen und Tempeln. Richtig richtig schoen! Wir sind spaeter als die Ausflugsboote der Thais morgens und Auslaender gibts auch nicht viele. Auf dem Rueckweg halten wir bei einer Dessert"fabrik", einer Tankstelle am Wasser und einem Tempel. In Thailand ist
es verboten vor Tempeln zu fischen. Deshalb sammeln sich dort alle
Jedenfalls waren wir danach sowas von fertig, dass wir es mit all unseren Tueten gerade noch so in ein Taxi und mit Obst von unserem besten Freund zu Hause aufs Bett zum Film schauen geschafft haben.
Das sind meine tollen neuen gelben Schuhe, die lustige braune Muster auf meine Fuesse bannen, wenn man sie mit der Sonne um die Wette strahlen laelaeuft ;)
Dann kam der Sonntag und am Sonntag wurde alles besser :D. Puenktlich aufstehen, Sonntagsfruehstueck bei Starbucks und dann ab zum Chao Praya River und mit Expressboot und Faehre zum Wat Arun. Der letzte noch fehlende Tempel, den wir auf unsere unbedingt-
sehen-wollen-Wat-Liste hatten. Wat Arun ist ueber und ueber mit bunten Keramiken bedeckt, vorwiegend Blaetter und Blumen und man kann die Treppen an seine Pagode hochklettern. Wenn man schwindelfrei ist :) Dafuer hat man oben einen wunderschoenen Blick auf die andere Seite des Flusses, also "meine" Seite. So langsam ist bei uns die Zeit gekommen, bei der wir andere Auslaender, die dank der Hizte nahe dem Kollabieren sind, nur noch mitleidig belaecheln koennen. Die Sonne scheint, was wollt ihr mehr?! Und dank unserem Shopping trip werden wir dieses Wochenende auch immer sonnig in Erinnerung behalten. Es hat schon alles seinen Sinn!:) Als wir schon fast gehen wollen, kommen ein paar kleine Thailaenderinnen auf uns zu und fragen uns, ob wir ihnen nicht ein Interview geben koennten fuer ihren Englischunterricht.
Natuerlich machen wir das! Schliesslich wollen wir mindestens 20mal auf Video abgespielt werden und wehe, es gibt keine Testfrage, auf die die richtige Antwort "Laura" und "from Germany" ist!!! ;)
Nach dem totalen Wat Arun Erfolg gehts wieder zurueck mit der Faehre und am Anleger vom Express Boat entdecken wir einen ganz suessen Laden. Ich will euch ja nicht langweilen mit den ganzen Shoppinggeschichten und worauf ich hinaus will ist auch was ganz anderes: die Verkaeuferin ist unglaublich nett und als wir fragen, was denn dieses und jenes kostet, nennt sie immer einen viel niedrigeren Preis als draufsteht (der eh schon viel zu gering war). "For you..." Und als wir wirklich zwei Sachen kaufen meint sie "Ok, because it's two it's 100THB". Das ist so laecherlich wenig, dass ich ncohmal nachfrage, ob sie sicher ist. "Jaja" sagt sie und laechelt uns an. 
Danach nehmen wir das Expressboot zur Endstation und fahren dann weiter mit einem Longtailboot zu einer Insel, die aus einer Landzunge entstanden ist, ueber die quer einfach ein Kanal gelegt wurde: Ko Kret. Auf dem Weg wird das Ufer schon immer gruener, immer Dschungel bewachsener und immer idyllischer. Der perfekte Sonntagsausflug also.
Ko Kret ist eine Toepferinsel. Es gibt 6 Doerfer, die ueber ganz schmale Gaesschen verbunden sind. Autos gibts nicht. Es ist alles so ein kleines Durcheinander aus Marktstaenden, Gaesschen, Gaerten, Haeusern, Tonbrennereien, Anlegestegen und Tempeln. Richtig richtig schoen! Wir sind spaeter als die Ausflugsboote der Thais morgens und Auslaender gibts auch nicht viele. Auf dem Rueckweg halten wir bei einer Dessert"fabrik", einer Tankstelle am Wasser und einem Tempel. In Thailand ist
Fische. Unter anderem deshalb... man konnte dort naemlich Erdnussflips, Brot und Fischfutter kaufen, was die Thais kraeftig ins Wasser geschmissen haben. Wir dagegen waren kontraerfasziniert (ist das nicht ein tolles Wort?!) von den haesslichen fetten
Fischen. Und davon, dass man das wahrscheinlich immer aufgetischt bekommt, wenn man "bla" (=Fisch) bestellt... Naja. 
Vom Boot gings dann direkt zum Einkaufen (Lebensmittel!! Aber das sind wir nicht mehr gewoehnt, es hat eeewig gedauert, bis wir alles so hatten, wie wirs wollten...!) und dann mit vollen Tueten zu Jesse zum DVD schauen mit ihr und Patrick. Ein richtig netter Abend!
Ja und dann gings heim und ins Bett...
Ein richtig erholsames Wochenende! Irgendwie haben wir ein gutes Haendchen fuer Aktivitaetenplanung :D
Ja und dann gings heim und ins Bett...
Ein richtig erholsames Wochenende! Irgendwie haben wir ein gutes Haendchen fuer Aktivitaetenplanung :D
Friday, June 22, 2007
Freitagabend in Bangkok
Fuer einen endlich-wieder-ein-Wochenende-in-Bangkok-Freitagabend haben wir unsere Schickeriasachen eingepackt und sind als Businessmenschen ins Buero gelaufen und etwas aufgemotzter abends wieder rausstolziert. Ziemlich amuesant, es bleibt nur die Frage: wie viel Aufmerksamkeit braucht der Mensch? Dafuer war unser Begleiter selig :)
Das Theaterstueck heisst “9.81”. So, meine lieben Ingenieursfreunde, worum geht es hier wohl? Richtig, um das liebe kleine g! Angekuendigt war das Ganze so:
Behind this enigmatic figure there are the laws of universal attraction… The author plays on stage with the influences which determine the human being and with what surrounds him. One single number for a multitude of trajectories…
It is in fact a journey between heaven and earth that is offered to us by Eric Lecomte by mingling with virtuosity the circus art, dance, games with objects, the theatre and screened images, he redraws the beauty of the gesture in itself. As an explorer, and with a perfect control of movement, he hisses himself, slides. He is weightless, climbs, crawls, jumps, flies and drills……
9.81 is the creation of another reality, where movements are thought of differently, where the boundaries between the ground and the earth fade away, where gesture makes sense, far beyond the laws of gravity.
The stage becomes a playground, a microcosm where both the animal and the human being are involved: the musical atmosphere consists of a mixture of music and natural sounds that echoe the artist’s movements which are at the same time reptilian, feline and human-like. In front of this poetic fresco mastered by the chameleon dancer, the spectator is simply mesmerized.
Viel besser kann ich das leider auch nicht sagen, aber in meiner subjektiven Wahrnehmung wuerde ich es vielleicht so beschreiben: Eine unglaubliche Performance, die Musik, Bewegung und Licht derart vereint, dass der Zuschauer (=ich :)) in eine Art Trance verfaellt und sich komplett auf das Spiel mit der Leichtigkeit und Schwere(losigkeit) einlassen kann. Jaha! :)
Koh Phi Phi
den muss ich erst noch verfassen... es ist 3h nachts und ich habe keine Lust mehr. Aber wenns euch brennend interessiert (und das sollte es euch!), duerft ihr mich auch gerne einfach anrufen. Oder mir mailen. Oder mir einen Brief schreiben. Oder gleich ein Paecken? Ach ja, das waer eigentlich das beste. :D
UND IN DER ZWISCHENZEIT DUERFT IHR 'DAS PARADIES' LESEN. DAS GIBTS NAEMLICH ENDLICH ONLINE - WEITER UNTEN.
Gute Nacht
Hier schonmal der erste Teil:


Koh Phi Phi war ganz toll. Nur die Hinfahrt war nicht ganz so toll. Entgegen aller skeptischen Blicke und boesen Weissagungen unserer Kollegen sind wir mit dem Nachtbus nach Krabi gefahren. Regulaer dauert das 14 Stunden. Dummerweise war unser Bus kaputt und wir mussten die ersten 4 Stunden gefangen mit unertraeglich lauten und unertraeglich doofen Backpackern eingequetscht im VIP-Teil eines anderen Busses verbringen. VIP bedeutet in diesem Fall Tisch in der Mitte zur Unterhaltungsfoerderung, gegen Null strebende Beinfreiheit sowie ein nur noch lauterer Fernseher (Terminator 3!!!). Dann wurden wir erloest und hatten einen ganzen Bus fuer uns alleine… SOWAS nenn ich dann VIP!
Am Pier in Krabi sind wir aufgewacht und aus dem Bus direkt vor die Fuesse von Jenny und Marie gepurzelt. Mir faellt gerade auf, dass wir wahrscheinlich nur deshalb die Nacht mit so unglaublich daemlichen Menschen verbringen durften, damit wir Jennys und Maries Gesellschaft so richtig geniessen und Wert schaetzen konnten… Jedenfalls gab es ein grosses hallo und ab ging es schnurstracks aufs Boot Richtung Koh Phi Phi. Das Wetter war naja, aber wenn stoert das schon?! Schliesslich mussten unbedingt alle Neuigkeiten augetauscht werden und dann musste noch besprochen werden, was so vor sich geht in der grossen weiten Welt und was der mysterioese Mr. Big so zu bieten hat und ueberhaupt: Urlaub ist Urlaub!
Das Wasser um Koh Phi Phi ist so klar, dass man mit dem Boot ueber ein riesiges Aquarium faehrt und den Fischen beim Schwimmen zuschauen kann. Aber vor dem Strandtag musste erst die Uebernachtungslage ausgekundschaftet werden. Die Insel sieht noch ein wenig Tsunami geschaedigt aus und deshalb scheiden viele Unterkuenfte allein wegen Schuttablagen schon mal aus. Der ersehnte Strandbastbungalow tat sich dann in Form der hier-sind-wir-alle-alternativ-haben-Dreadlocks-und-kiffen-Strandbar von Jack, aeh Max Sparrow auf. Leider konnten wir uns nicht darauf einigen dort zu bleiben… Trotzdem haben wir auf Natur nicht verzichtet und sind einfach in zwei Huetten gezogen, die man ueber einen mit Nacktschnecken bedeckten Weg erreicht hat.
Dummerweise hat es dann auch noch angefangen zu regnen. Wobei… so schlimm wars nicht, dann gibt’s halt Frucht-Cocktails an der Strandbar (nicht an der hier-sind-wir-usw.) und ueberhaupt waren wir ja auch noch laengst nicht fertig mit Neuigkeiten austauschen… Aber dann: Der Himmel klart auf! Wir schnappen uns SOFORT zwei Kanus und legen ab. Weit sind wir nicht gerade gekommen, brauchten wir aber auch nicht, denn in der naechsten Bucht hat schon der Traumstrand auf uns gewartet. Und immer schoen senkrecht zu den Wellen paddeln! Tine und mich hat es zuerst angespuelt – Boot, Paddel und unsere Sachen kamen dann getrennt von uns… aehm ja. :D Weil wir aber das grosse Vorbild sind, haben Jenny und Marie auch gleich mal die Eskimorolle ausprobiert, haha! :D
UND IN DER ZWISCHENZEIT DUERFT IHR 'DAS PARADIES' LESEN. DAS GIBTS NAEMLICH ENDLICH ONLINE - WEITER UNTEN.
Gute Nacht
Hier schonmal der erste Teil:
Koh Phi Phi war ganz toll. Nur die Hinfahrt war nicht ganz so toll. Entgegen aller skeptischen Blicke und boesen Weissagungen unserer Kollegen sind wir mit dem Nachtbus nach Krabi gefahren. Regulaer dauert das 14 Stunden. Dummerweise war unser Bus kaputt und wir mussten die ersten 4 Stunden gefangen mit unertraeglich lauten und unertraeglich doofen Backpackern eingequetscht im VIP-Teil eines anderen Busses verbringen. VIP bedeutet in diesem Fall Tisch in der Mitte zur Unterhaltungsfoerderung, gegen Null strebende Beinfreiheit sowie ein nur noch lauterer Fernseher (Terminator 3!!!). Dann wurden wir erloest und hatten einen ganzen Bus fuer uns alleine… SOWAS nenn ich dann VIP!
Am Pier in Krabi sind wir aufgewacht und aus dem Bus direkt vor die Fuesse von Jenny und Marie gepurzelt. Mir faellt gerade auf, dass wir wahrscheinlich nur deshalb die Nacht mit so unglaublich daemlichen Menschen verbringen durften, damit wir Jennys und Maries Gesellschaft so richtig geniessen und Wert schaetzen konnten… Jedenfalls gab es ein grosses hallo und ab ging es schnurstracks aufs Boot Richtung Koh Phi Phi. Das Wetter war naja, aber wenn stoert das schon?! Schliesslich mussten unbedingt alle Neuigkeiten augetauscht werden und dann musste noch besprochen werden, was so vor sich geht in der grossen weiten Welt und was der mysterioese Mr. Big so zu bieten hat und ueberhaupt: Urlaub ist Urlaub!
Das Wasser um Koh Phi Phi ist so klar, dass man mit dem Boot ueber ein riesiges Aquarium faehrt und den Fischen beim Schwimmen zuschauen kann. Aber vor dem Strandtag musste erst die Uebernachtungslage ausgekundschaftet werden. Die Insel sieht noch ein wenig Tsunami geschaedigt aus und deshalb scheiden viele Unterkuenfte allein wegen Schuttablagen schon mal aus. Der ersehnte Strandbastbungalow tat sich dann in Form der hier-sind-wir-alle-alternativ-haben-Dreadlocks-und-kiffen-Strandbar von Jack, aeh Max Sparrow auf. Leider konnten wir uns nicht darauf einigen dort zu bleiben… Trotzdem haben wir auf Natur nicht verzichtet und sind einfach in zwei Huetten gezogen, die man ueber einen mit Nacktschnecken bedeckten Weg erreicht hat.
Dummerweise hat es dann auch noch angefangen zu regnen. Wobei… so schlimm wars nicht, dann gibt’s halt Frucht-Cocktails an der Strandbar (nicht an der hier-sind-wir-usw.) und ueberhaupt waren wir ja auch noch laengst nicht fertig mit Neuigkeiten austauschen… Aber dann: Der Himmel klart auf! Wir schnappen uns SOFORT zwei Kanus und legen ab. Weit sind wir nicht gerade gekommen, brauchten wir aber auch nicht, denn in der naechsten Bucht hat schon der Traumstrand auf uns gewartet. Und immer schoen senkrecht zu den Wellen paddeln! Tine und mich hat es zuerst angespuelt – Boot, Paddel und unsere Sachen kamen dann getrennt von uns… aehm ja. :D Weil wir aber das grosse Vorbild sind, haben Jenny und Marie auch gleich mal die Eskimorolle ausprobiert, haha! :D
Singapore, the Elite State
Singapur war unser naechstes Ziel, denn wir moegen die Extreme. Was wir von Singapur gehoert haben und was ich von vor 8 Jahren noch in Erinnerung habe, ist es ein Stadtstaat der hoechsten Zivilisationsstufe. Sauber, ordentlich und geregelt. Aber schliesslich verlassen wir uns nicht auf Hoerensagen, wir wollen sehen! Und deshalb sind wir – Tine, Katrin und ich – mit unseren gepackten Rucksaecken auf die Arbeit und haben uns aus einem Meeting mit den Chinesen geschlichen, um den Flughafen aufzusuchen, der mittlerweile fast zu unserer zweiten Wohnung geworden ist. Das Schoenste am Flughafen (gleich nach den tollen Stempeln, die bei jeder Aus-und Einreise den Reisepass weiter verschoenern) sind die kleinen Essensbars im Abflugbereich, die uns nach einem ordentlichen Teller Tortellini das Gefuehl von Gott in Frankreich (oder Florian in Argentinien, wie Eva so schoen gesagt hat) vermitteln.In Singapur angekommen empfaengt uns tatsaechlich eine sehr geordnete Welt. Im Skytrain werden wir auf die “Gap between train and platform” hingewiesen, die wir erst nach laengerem Suchen finden (sie ist ganze 8 mm breit!) und in der MRT (U- und S-Bahn) wird uns ein Angst einfloessender Propagandafilm ueber Bombenanschlaege und verlassene Taschen in Zuegen aufgedraengt. Nach einer Viertel Stunde fangen wir auch an, uns aengstlich nach verdaechtig ausschauenden Menschen mit noch verdaechtiger aussehenden Gepaeckstuecken umzusehen. Wie muss es in den Singapuris zugehen, wenn wir nach so einer kurzen Zeit bereits von den Faengen des Staates eingenommen warden? (ich uebertreibe natuerlich…Aber in jedem Scherz ist auch ein wahrer Kern, nicht wahr?!:))
Programm auf die Beine gestellt, um uns die Stadt in all ihren Facetten zu zeigen. Mit reichlich Ueberaschung... Danke, liebe Jenny! Du bekommst den Sternchen-fuer-aussergewoehnlich-gute-Fuehrer-Orden verliehen. Hier und jetzt. :)Und ab hier darf Marie weiter berichten. Denn so wie andere das absolute Gehoer in die Wiege gelegt bekommen haben, hat sie das absolute Erzaehltalent. Und noch dazu ist ihre Erzaehlung authentisch und ich kann mich ihren Meinungsbekundungen nur anschliessen. :) Na gut, dass sie so schoen erzaehlen kann, koennte auch daran liegen, dass die bald promovierte Germanistin sein wird, aber das ignorieren wir einfach mal. Ganz nebenbei: Im September geht sie fuer das Goethe Institut nach Astana. Und wer nicht weiss, wo das ist: das ist die Hauptstadt von Kasachstan. Um es mal sehr un-intellektuell auszudruecken: krasse Sache!
Danke, liebe Marie, fuers Kopieren duerfen!
Ich schwitze (der 1. Tag)
Meine Lieben, unser erstes Frühstück auf dem Balkon. Bzw. meines, denn Jenny und den anderen ist es draußen zu warm. Gestern abend haben wir im 70. Stockwerk eines Hotelhochhauses einen Cocktail geschlürft, aus Gläsern wie in "Sex an the City". Bis halb drei morgens waren wir auf den Beinen - wenn man 40 Stunden unterwegs ist, macht die 41. auch nichts mehr. Heute starten wir unser Touriprogramm, das Jenny ausgearbeitet und wahrscheinlich heillos überfrachtet hat. Auf gehts!
One night in Singapore (der 2. Tag)
Liebe Europäer. In einer orangefarbenen Plastikschüssel in unserem Badezimmer befindet sich momentan eine lebende Kakerlake. Wir hoffen, daß sie bis morgen früh tot sein wird. Wenn man sie zertritt, versprüht sie während des Sterbens ihre Eier, und man wird sie nie wieder los. Eigentlich verbietet sich eine einfache Tagesbeschreibung, aber angesichts unseres straffen Programmes wird es nicht anders gehen. Zunächst: Die Jenny ist schon fast drei Monaten hier und weiß auf viele meiner Fragen keine Antwort. Zum Beispiel, wie die jungen Singapuris ihr Studium finanzieren. Oder wie das mit dem O***sex ist. Prostitution ist legal, O* aber, auch innerhalb der Ehe, illegal - aber was ist mit O* mit einer und einem Prostituierten? Das weiß sie nicht! Dafür kennt sie tolle Orte. Sie läuft in Gassen und um Ecken und über Straßen und über eine Brücke, und man weiß, das man den Weg, den man gerade gegangen ist, nicht zurückfinden würde. Die Jenny dagegen weiß, daß sich an einer bestimmten Stelle in unmittelbarer Nähe drei Tempel von drei unterschiedlichen Religionen befinden. Die Hinduisten waschen sich nach dem Besuch ihres Tempels die Füße - diese Religion gefällt mir besonders gut. Ansonsten wissen wir, wie wenig wir eigentlich wissen, wie wenig haften geblieben ist vom Ethikunterricht :-) Dann
gibt es natürlich solche Jenny-Aktionen. Nach dem Besuch einer kitschigen chinesischen Figurengartenanlage, die der Bruder des Erfinders des Tigerbalsams dem Erfinder des Tigerbalsams geschenkt hat, und an der ich beobachten und fototgrafieren konnte, wie süße Wasserschildkröten einen toten Fisch aufessen, fuhren wir mit dem Bus in die "Snow City". Mitten in Singapur! In einer Halle! Eine Schneepiste! Wir, die wir die "Russenkälte" (Wortschöpfung des Prekariatsfernsehens) in Warschau erlebt haben, können sich gar nicht vorstellen, daß die Singapuris in ihrer Heimat noch nie Schnee gesehen haben. In dicke Jacken und warme Schuhe eingapackt, verfrachteten wir fünf unsere Pöpser in einen Gummiring und ließen uns viermal für die Dauer von ungefähr sieben Sekunden die Schneepiste runterkullern. Danach war es uns zu kalt und wir hatten alle Schnee im Schlüpfer :-) Unser Problem hier ist, daß wir fünf sind und so nicht in ein normales Taxi passen. Wenn wir es trotzdem versuchen, sagen die Taxifahrer nur: "It´s a law!" Ich frage mich, wie oft das in dieser Stadt täglich gesagt wird. Für unsere nächste Station orderte Jenny ein Großraumtaxi -
Wir betraten den zweiteinzigen Primärwald (nicht künstlich angelegt) der Welt, der in einer Großstadt liegt. Über eine sehr tolle Hängebrücke durchquerten wir die Baumwipfel. Die Bäume sehen aus wie unsere Zimmerpflanzen, aber in der Relation von "Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft." Wir sind eine und eine halbe Stunde ordentlich marschiert ("female soldiers" nennt uns Tine), und die Jenny geriet ganz schön aus der Puste. Ich dagegen habe mich die ganze Zeit angeregt mit Laura unterhalten (Maschinenbauerin, Bratschistin und sprachbegabt! Wo gibts denn sowas!), und hatte das Gefühl, daß das Anstregungsschwitzen gar nicht mehr stört, denn es gesellt sich zum Rumstehschwitzen und zum Entspanntlaufenschwitzen und überhaupt zum Lebensschwitzen. Zum ersten Mal hatten Jenny und ich, als wir wieder trocken waren, Salzränder auf
unseren T-Shirts. Danach fuhren wir in ein Reichenviertel, in dem sich die Schweizer Schule und der Schweizer Kindergarten befinden. Deutschsprachig sind in Singapur die Schweizer (bis zur sechsten Klasse) und die Deutsche Schule (danach bis zum Abitur). Einblick in die deutsche Community von Singapur, die ich auch in Warschau nicht gemocht habe. Die Kinder sind auch nicht unbedingt die unkompliziertesten. Wir waren dort, weil Jennys Freundin Marion, eine Schweizerin, uns eingeladen hatte, um dort dem vierzigjährigen Schuljubiläum beizuwohnen. Das Programm war sehr niedlich und Kostüme, Dekoration und technischer Aufwand litten nicht an Unterfinanzierung, trotzdem fielen Tine und ich in einen napoleonischen Zehnminutenschlaf. Erfrischt genossen wir um 17 Uhr unser erstes Essen des Tages (kein Appetit, nur Durst), um danach mit dem Bus eine lange Strecke (man sieht ohne Aufwand viel von der Stadt) auf die Orchard Road zu fahren. Die Haupteinkaufsstraße! Unseren Bangkokerinnen macht das aber wenig Spaß, sie kaufen keine Kleidungsstücke mehr, die teurer sind als drei Euro. Jenny zeigte mir ihre Lieblingsgeschäfte (Jenny-Muster, wie auf einer Tapete in den siebziger Jahren, oder wie Pril-Blumen). Ich kaufte eine tolle weiße Hose für 13 €, weil es mir nicht gefällt, daß unter meinem Röckchen der Schweiß an den Beinen runtertropft. Gegen neun begaben wir uns auf die Party. Kein Grund zur Panik! Es war eine Party, bei der man die Leute nur so flüchtig kennt oder kennenlernt und nicht näher kennenlernen will, daß mein kein schlechtes Gewissen hat, nur zu kommen, um den Pool zu benutzen und nach einer knappen Stunde wieder zu gehen. So geschehen! Von den männlichen deutschen Praktikanten (laute biertrinkende Kinder), mein Liebster, will ich keinen geschenkt! Mit Laura lästert es sich auch gut, vor allem über Wirtschaftswissenschaftler. (Anm.:Ich habe nichts Boeses gesagt!!) Wenn Geisteswissenschaftler über BWLer lästern, ist das irgendwie unangebracht, aber mit einer Maschinenbauerin, die richtig was drauf hat -! Zuletzt ging es auf einen (relativ teuren) Foodcourt. Das ist klasse! In einem Kreis sind klitzekleine Essensstände (mit einem Hygienesiegel nach A,B,C eingeordnet - wir gehen nur zu A, davon gibt es sehr viele) um eine bestuhlte und betischte Fläche angeordnet. Eigentlich wollte ich einmal den Kreis abschreiten, aber alle Stände wiederholen sich, und man wird sofort angesprochen, was man haben wolle. Es tut mir dann immer so leid, abzulehnen. Ich aß eine Rinderbrühe zur Hälfte auf, sie war in Ordnung, aber kein Ereignis. Es schwamm das drin, was in Polen Flaki heißt, ich glaube, bei uns heißt das "Kuddeln" - aber bitte korrigiert micht. Im Gegensatz zu mir ist Jenny in Singaur kulinarisch absolut deplaziert. Sie mag kein chinesisches Essen, nichts Scharfes, kein Seafood. Es bleibt ein indisches Knoblauchbrot. Natürlich übertreibe ich und bin ungerecht. Ansonsten ist Jenny toll, unser "Leader". Sie macht das hervorragend. Und hat mir versprochen, in dieser Woche noch einen Duck mit mir zu essen. Die Enten werden hier inklusive Kopf serviert, das stärkt die Bindung zwischen Esser und Gegessenem, finde ich. Seit ich hier schreibe, liegen Tine und Jenny in einer Art tantrisch-orgastischem Trance auf der Matratze und lassen sich von Katrin und Laura die Füße massieren. Katrin ins nämlich nicht nur ein Finanzkopf bei Siemens, sondern auch ausgebildete Thai-Fuß-Masseuse. Ich melde mich gleich für das minimale Kurzprogramm an. Und mich jetzt bei allen lieben Lesern ab. Ich weiß, mein Schatz, das war kein richtiges Zeugma. Du sollst wissen, daß ich immer an Dich denke. Hab keine Angst! Ich komme zurück! Ich komme zurück!
Wir betraten den zweiteinzigen Primärwald (nicht künstlich angelegt) der Welt, der in einer Großstadt liegt. Über eine sehr tolle Hängebrücke durchquerten wir die Baumwipfel. Die Bäume sehen aus wie unsere Zimmerpflanzen, aber in der Relation von "Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft." Wir sind eine und eine halbe Stunde ordentlich marschiert ("female soldiers" nennt uns Tine), und die Jenny geriet ganz schön aus der Puste. Ich dagegen habe mich die ganze Zeit angeregt mit Laura unterhalten (Maschinenbauerin, Bratschistin und sprachbegabt! Wo gibts denn sowas!), und hatte das Gefühl, daß das Anstregungsschwitzen gar nicht mehr stört, denn es gesellt sich zum Rumstehschwitzen und zum Entspanntlaufenschwitzen und überhaupt zum Lebensschwitzen. Zum ersten Mal hatten Jenny und ich, als wir wieder trocken waren, Salzränder auf
unseren T-Shirts. Danach fuhren wir in ein Reichenviertel, in dem sich die Schweizer Schule und der Schweizer Kindergarten befinden. Deutschsprachig sind in Singapur die Schweizer (bis zur sechsten Klasse) und die Deutsche Schule (danach bis zum Abitur). Einblick in die deutsche Community von Singapur, die ich auch in Warschau nicht gemocht habe. Die Kinder sind auch nicht unbedingt die unkompliziertesten. Wir waren dort, weil Jennys Freundin Marion, eine Schweizerin, uns eingeladen hatte, um dort dem vierzigjährigen Schuljubiläum beizuwohnen. Das Programm war sehr niedlich und Kostüme, Dekoration und technischer Aufwand litten nicht an Unterfinanzierung, trotzdem fielen Tine und ich in einen napoleonischen Zehnminutenschlaf. Erfrischt genossen wir um 17 Uhr unser erstes Essen des Tages (kein Appetit, nur Durst), um danach mit dem Bus eine lange Strecke (man sieht ohne Aufwand viel von der Stadt) auf die Orchard Road zu fahren. Die Haupteinkaufsstraße! Unseren Bangkokerinnen macht das aber wenig Spaß, sie kaufen keine Kleidungsstücke mehr, die teurer sind als drei Euro. Jenny zeigte mir ihre Lieblingsgeschäfte (Jenny-Muster, wie auf einer Tapete in den siebziger Jahren, oder wie Pril-Blumen). Ich kaufte eine tolle weiße Hose für 13 €, weil es mir nicht gefällt, daß unter meinem Röckchen der Schweiß an den Beinen runtertropft. Gegen neun begaben wir uns auf die Party. Kein Grund zur Panik! Es war eine Party, bei der man die Leute nur so flüchtig kennt oder kennenlernt und nicht näher kennenlernen will, daß mein kein schlechtes Gewissen hat, nur zu kommen, um den Pool zu benutzen und nach einer knappen Stunde wieder zu gehen. So geschehen! Von den männlichen deutschen Praktikanten (laute biertrinkende Kinder), mein Liebster, will ich keinen geschenkt! Mit Laura lästert es sich auch gut, vor allem über Wirtschaftswissenschaftler. (Anm.:Ich habe nichts Boeses gesagt!!) Wenn Geisteswissenschaftler über BWLer lästern, ist das irgendwie unangebracht, aber mit einer Maschinenbauerin, die richtig was drauf hat -! Zuletzt ging es auf einen (relativ teuren) Foodcourt. Das ist klasse! In einem Kreis sind klitzekleine Essensstände (mit einem Hygienesiegel nach A,B,C eingeordnet - wir gehen nur zu A, davon gibt es sehr viele) um eine bestuhlte und betischte Fläche angeordnet. Eigentlich wollte ich einmal den Kreis abschreiten, aber alle Stände wiederholen sich, und man wird sofort angesprochen, was man haben wolle. Es tut mir dann immer so leid, abzulehnen. Ich aß eine Rinderbrühe zur Hälfte auf, sie war in Ordnung, aber kein Ereignis. Es schwamm das drin, was in Polen Flaki heißt, ich glaube, bei uns heißt das "Kuddeln" - aber bitte korrigiert micht. Im Gegensatz zu mir ist Jenny in Singaur kulinarisch absolut deplaziert. Sie mag kein chinesisches Essen, nichts Scharfes, kein Seafood. Es bleibt ein indisches Knoblauchbrot. Natürlich übertreibe ich und bin ungerecht. Ansonsten ist Jenny toll, unser "Leader". Sie macht das hervorragend. Und hat mir versprochen, in dieser Woche noch einen Duck mit mir zu essen. Die Enten werden hier inklusive Kopf serviert, das stärkt die Bindung zwischen Esser und Gegessenem, finde ich. Seit ich hier schreibe, liegen Tine und Jenny in einer Art tantrisch-orgastischem Trance auf der Matratze und lassen sich von Katrin und Laura die Füße massieren. Katrin ins nämlich nicht nur ein Finanzkopf bei Siemens, sondern auch ausgebildete Thai-Fuß-Masseuse. Ich melde mich gleich für das minimale Kurzprogramm an. Und mich jetzt bei allen lieben Lesern ab. Ich weiß, mein Schatz, das war kein richtiges Zeugma. Du sollst wissen, daß ich immer an Dich denke. Hab keine Angst! Ich komme zurück! Ich komme zurück!Es geht mir gut (der 3.Tag)
...obwohl ich definitiv nicht danach aussehe.Inzwischen habe ich nicht mehr das Gefühl, zu ersticken, wenn ich einen Raum mit Aircon verlasse. Meine Siemensianer sprechen ein Denglisch, das meinen Goethoniten überhaupt nicht gefallen würde. Sometimes we verfallen in our Saxonian English, aber nur, wenn wir alleine sind.
Heute haben wir in Chinatown Winney-the-Pooh-Flip-Flops, Kiwi-Shakes und Elefantenmusterstoffhandtäschchen gekauft. Weil unsere Bangkoker Mädels fanden, die Singapurer China-Town sähe aus wie von Disney gebaut, fuhren wir danach auf eine künstlich angelegte Insel, eines der Hauptausflugsziele der Singapurianer - dort war es dann wirklich wie bei Disney. Zuerst badeten wir mittelbar im Containerschiffhafenbecken (Wasserqualität prickelnd), um dann ein Strandcafé aufzusuchen, das wir in Deutschland wahrscheinlich unheimlich dekadent gefunden hätten: Das Café del Mar.
Ich war schon zu faul, mich nochmal auszuziehen, aber die Mädels schlürften ihre Cocktails stilecht im caféeigenen Pool.
Paparozzo-mäßig habe ich alles dokumentiert, meine kleinen Sternchen. Auf dem Weg nach Little India kam schon Bedrückung auf, weil der Sonntag und damit unser gemeinsames Wochenende dem Ende entgegengingen. Dem daraufhin aufgesuchten indischen Foodcourt hätte ich die Kategorie A nicht
verliehen, aber "etwas mit den Fingern essen, von dem man nicht weiß, was es ist" (frittiertes Gemüse oder frittierte Hühnerfüße) war ein Ereignis. Das Kontrastprogramm im Anschluß war ein Schweizer Fondueabend bei Jennys lieber Freundin Marion, den wir aber leider schon gegen halb elf verließen, weil Jenny bei "Shrek 2" eingenickt ist. Das will was heißen! Wir haben sie bestimmt sehr geschafft. Morgen nun muß ich alleine los. Bei einem Fruchtshake werde ich in meinem MarcoPolo blättern und meine Besichtigungsreihenfolge festlegen. Vielleicht starte ich mit einem Tag, der der beliebtesten Freizeitbeschäftigung der Einheimischen huldigt: Ich gehe in diverse Shoppingcenter. Ausdrücklich nicht stellen Jenny und ich folgendes volkswirtschaftliches Experiment der Öffentlichkeit zur Verfügung: Im Kampf gegen die Monotisierung der deutschen Innenstädte werden wir die zentral gelegenen Geschäfte einer beliebigen, aber anziehenden Stadt von H&M, Peek&Cloppenburg, Karstadt und MediaMarkt räumen lassen. In die leer werdenden Flächen laden wir etablierte asiatische Einzelhandelsketten ein, zum Beispiel Candy Universe, den leckeren Bäcker, dessen Namen ich mir nicht merken kann, Forever 21 und viele andere mehr. Weil die international agierenden Visionäre der Firmen unsere Idee international visionär finden werden (und weil sie es sich angesichts des Kettencharakters leisten können, an unserem Experiment teilzunnehmen), werden die Preise den deutschen Einkommensverhältnissen nur sehr zurückhaltend angepaßt, außerdem wird die Verschiffung und Verflugung nicht auf den Verbraucherendpreis aufgeschlagen. Jenny übernimmt in unserer Experimentenagentur, die das ganze durchzieht, die Asienabteilung, während ich als Osteuropabeauftragte weitere erfolgreiche Ketten anwerbe. Wir prophezeien: Die gelangweilten deutschen Konsumenten werden unser Konzept annehmen und in unsere ausgewählte Stadt pilgern. Habe ich vergessen zu erwähnen, daß wir natürlich auch von der EU subventioniert werden, weil unsere Idee einen maßgebenden Einfluß auf die Reduktion der Shoppingflugreisen nach Singapur, Bangkok, Dubai und New York haben wird? Ein aktiver Klimaschutzbeitrag also?Wer jetzt hier irgendwelche betriebswirtschaftlichen Haken und Ösen findet, der ist ein visionsloser Pedant und schuld daran, daß Deutschland international zurückfällt!
Ich war schon zu faul, mich nochmal auszuziehen, aber die Mädels schlürften ihre Cocktails stilecht im caféeigenen Pool.
verliehen, aber "etwas mit den Fingern essen, von dem man nicht weiß, was es ist" (frittiertes Gemüse oder frittierte Hühnerfüße) war ein Ereignis. Das Kontrastprogramm im Anschluß war ein Schweizer Fondueabend bei Jennys lieber Freundin Marion, den wir aber leider schon gegen halb elf verließen, weil Jenny bei "Shrek 2" eingenickt ist. Das will was heißen! Wir haben sie bestimmt sehr geschafft. Morgen nun muß ich alleine los. Bei einem Fruchtshake werde ich in meinem MarcoPolo blättern und meine Besichtigungsreihenfolge festlegen. Vielleicht starte ich mit einem Tag, der der beliebtesten Freizeitbeschäftigung der Einheimischen huldigt: Ich gehe in diverse Shoppingcenter. Ausdrücklich nicht stellen Jenny und ich folgendes volkswirtschaftliches Experiment der Öffentlichkeit zur Verfügung: Im Kampf gegen die Monotisierung der deutschen Innenstädte werden wir die zentral gelegenen Geschäfte einer beliebigen, aber anziehenden Stadt von H&M, Peek&Cloppenburg, Karstadt und MediaMarkt räumen lassen. In die leer werdenden Flächen laden wir etablierte asiatische Einzelhandelsketten ein, zum Beispiel Candy Universe, den leckeren Bäcker, dessen Namen ich mir nicht merken kann, Forever 21 und viele andere mehr. Weil die international agierenden Visionäre der Firmen unsere Idee international visionär finden werden (und weil sie es sich angesichts des Kettencharakters leisten können, an unserem Experiment teilzunnehmen), werden die Preise den deutschen Einkommensverhältnissen nur sehr zurückhaltend angepaßt, außerdem wird die Verschiffung und Verflugung nicht auf den Verbraucherendpreis aufgeschlagen. Jenny übernimmt in unserer Experimentenagentur, die das ganze durchzieht, die Asienabteilung, während ich als Osteuropabeauftragte weitere erfolgreiche Ketten anwerbe. Wir prophezeien: Die gelangweilten deutschen Konsumenten werden unser Konzept annehmen und in unsere ausgewählte Stadt pilgern. Habe ich vergessen zu erwähnen, daß wir natürlich auch von der EU subventioniert werden, weil unsere Idee einen maßgebenden Einfluß auf die Reduktion der Shoppingflugreisen nach Singapur, Bangkok, Dubai und New York haben wird? Ein aktiver Klimaschutzbeitrag also?Wer jetzt hier irgendwelche betriebswirtschaftlichen Haken und Ösen findet, der ist ein visionsloser Pedant und schuld daran, daß Deutschland international zurückfällt!wenn ihr mehr von Marie lesen wollt, dann schaut auf http://www.mariemaekelt.blogspot.com/ vorbei!
Saturday, June 2, 2007
Cambodia
Kambodscha ist eine der heftigsten Erfahrungen, die ich in meinem Leben sammeln durfte. ich weiss nicht, wo ich anfangen soll zu berichten - es wird wohl ein ebenso grosses durcheinander wie ich es hier an eindruecken erlebe.
als kleine einstimmung ein paar saetze vom grossen wiki:
"(...) Der Pro-Kopf-Verbrauch an Fischen und Schlangenfleisch liegt bei etwa 50 kg pro Person und Jahr.
Mehr als 80 % der Anbaufläche sind Reisfelder. (...)
Der Tourismus hat sich in den letzten Jahren zu einer wichtigen Einnahmequelle Kambodschas entwickelt. 2005 betrug die Zahl der Touristen 1,4 Mio. und 2006 stieg sie um weitere 20 % auf 1,7 Mio., die 1,4 Mrd. US-Dollar an Devisen im Land ließen. Das entspricht in etwa 12 % des Bruttosozialprodukts. (...)
Gutachten internationaler Organisationen (Weltbank, Asiatische Entwicklungsbank) sprechen davon, dass die Wirtschaft Kambodschas von rd. 50 Familien kontrolliert werde.
Weitverbreitete Korruption der politischen und militärischen Elite des Landes werden für das „Verschwinden“ von ausländischen Geldern in einer Größenordnung von jährlich ca. 300 Mio. US-Dollar verantwortlich gemacht."
mein erster eindruck war gruen. und wer mich kennt, der wird wohl wissen, was das heisst... wunderschoenes gruen: reisfelder, palmen, sanfte huegelketten. das ganze aufgenommen aus einer kleinen 2-propeller-maschine und hinter meinem projektleiter, der zufaelligerweise das gleiche ziel wie wir hatte und mit seiner frau eine reihe vor uns platz genommen hat. das war vorgestern und kommt mir mittlerweile so weit weg vor wie ein heisses bad in einem sauberen und gemuetlichen badezimmer in deutschland.
am flughafen sind unsere paesse durch ein fliessband aus offiziershaenden gewandert und mit einem huebschen visum verziert bei uns wieder abgegeben worden. das kostet schlappe 20 US$ - bitte in sauberen und neuen Scheinen. vom flughafen in die stadt kommt man fuer je 1US$ mit dem Mopedtaxi. Mopeds selbst zu fahren wurde vor einiger zeit fuer auslaender von der regierung verboten. die mopedfahrer sind jetzt von einer firma angestellt, dh die mopedfahrer bekommen ein kleines festes gehalt im monat und die touristen bezahlen fuer "versicherung",... drauf. auf meine frage, wem diese firma gehoert, bekomme ich die antwort "normal cambodian people." aber wer kann sich das leisten? "some attorney from the state" aha. ich habe versucht zu recherchieren, aber erfolglos bisher.
weil wir den tag nutzen wollen, nehmen wir das voellig ueberteuerte angebot an und fahren mit unseren netten fahrern zum tonie sap, dem groessten see suedostasiens, wo es ein schwimmendes dorf gibt, das je nach wasserlage sprich jahreszeit wandert. auf dem weg muessen wir an einem ticketoffice halten, um ein weiteres ticket zu kaufen, damit wir aufs wasser duerfen. der beamte dort erzaehlt uns stolz, dass eintritt und bootstour inklusive waeren. wir wollen nur den eintritt und haben in unserer naiven vorstellung, dass wir dort einen bootsfahrer anheuern koennen. fehlanzeige. wieviel nur der eintritt kostet wusste der nette herr nicht einmal. wir sagen, dass 25US$ pro Person unbezahlbar sein und wollen schon umdrehen. wir bekommen rabatt, aber nich viel, weil er eigentlich nicht handeln kann, das ist fuer die firma. schon wieder so eine firma. mein mopedfahrer erklaert spaeter, dass diese "firma" die polizei ist. ich verstehe es nicht. irgend etwas laeuft in diesem land voellig falsch.
wir fahren an aermlichsten huettchen vorbei, die menschen haben weder strom noch fliessend wasser, es stinkt teilweise zum himmel. die strassen sind unbefestigt, wir dopsen auf dem moped auf und ab und beim spaeteren regenschauer verwandelt sich der rote staub in eine schier unpassierbare schlammpiste. und das ist erst der anfang der regenzeit, die wasserpegel sind noch alle niedrig. das durchschnittliche einkommen eines kambodschaners liegt bei 20-30US$ im Monat, ca. 280US$ im Jahr. wie kann es sein, dass wir durch eines der aermsten laender der erde fahren und uns ein wochenende dort kaum leisten koennen? wohin verschwindet das ganze geld???
um auf den see zu kommen steigen wir in ein boot, das nicht das erste gewesen waere, das mitten auf dem see sinkt.
tine ist von anfang an etwas mulmig, mir wird es erst etwas angst und bange, als ein sturm mit gewitter aufkommt und ich die menschen mit ihren rettungswesten in wesentlich besser in schuss scheinenden booten sehe.
wir halten an einer fish farm, wenn man das denn so nennen darf. es handelt sich um ein recht grosses haus mit souvenirs und zwei pferchen. in einem liegen circa 30 krokodile aufeinandergestapelt, in dem anderen schwimmen dicht an dicht gedraengt fische, die wild um sich schlagen im kampf nach futter, wenn ein kleiner junge kleine fische hineinwirft. die "haeuser" des schwimmenden dorfes sind nicht wirklich huebsch, meist kaum als haeuser zu bezeichnen. frauen mit kleinen kindern auf den armen schwimmen mit ihren boetchen an unser boot und betteln. wir wissen nicht so recht, ob wir mitleid haben sollen oder ob es hier so normal ist. wir sind schockiert.
auf dem weg zurueck kommen wir in einen tropenschauer und werden auf dem moped durchgepeitscht. unsere fahrer begruessen uns mit den worten, dass sie froh seien, dass wir wieder da waeren, sie dachten, unser boot waere gesunken. na super.
wir sind voellig fertig und brauchen erstmal geld. danach gehen wir khmer essen. wenigstens das ist richtig lecker und wir treffen einen sehr interessanten gespraechspartner, der gerade in vietnam wohnt. asienaustausch :)
am samstag stehen wir um viertel vor 5h auf, um noch bei sonnenaufgang am angkor wat zu sein. das schaffen wir auch und es ist richtig richtig beeindruckend. ich bin ncoh etwas schlaftrunken und realisiere es nicht ganz. aber als wir die steilen stufen hochgeklettert sind, die einst von khmer
priestern bestiegen wurden, und durch den riesigen tempel laufen mit ausblick auf den dschungel, stellt sich bei mir auch ein wenig das fassungslose gefuehl ein.
Wir lassen uns also von unseren Mopedfahrern von Tempel zu Tempel chauffieren: Angkor Thom (Bayon, Elefantenterasse, Tep Pranam, Phimeanakas, Baphuon), Ta Prohm, …. . Jeder ist richtig, richtig beeindruckend und keiner wie der andere. Am besten gefaellt mit Ta Prohm, der noch (fast) im natuerlich vorgefundenen Zustand belassen wurde, das heisst er ist voellig mit Dschungel ueberwachsen und riesige Wurzeln vereinen sich mit uraltem Mauerwerk. Bizzarerweise kann ich allerdings erst jetzt die ueberwaeltigende Schoenheit all dieser Tempel beim Betrachten der Bilder so richtig erfassen und geniessen.
Und das hat folgenden Grund: Wann immer wir vom Moped absteigen und auf einen Tempel zugehen, an einem der vielen Strassenstaende vorbeikommen, wieder aufs Moped aufsteigen wollen oder einfach nur durch die Gegend laufen werden wir von Menschenscharen umringt, die uns cool drink, ten postcards, good flute oder sonst irgendwas fuer only one dollaah verkaufen wollen. „Umringt“ ist vielleicht das falsche Wort, eigentlich ist es eher ein „ATTACKEEEE!!!“. Und es ist so ueberhaupt nicht lustig, die meisten sind naemlich kleine Kinder ab Alter 2. Alle starren vor Dreck und sehen voellig elend aus. Zeitweise starren uns circa 40 erwartungsvolle Kinderaugen an, ruetteln an unseren Aermeln und betteln um die Wette.
Ich fuehle mich wie ein lebender Geldautomat und habe das Gefuehl, dass weisse Haut mit unvorstellbarem Reichtum gleichgesetzt wird. Das Schlimme: aus Sicht dieser Menschen sind wir wohl unvorstellbar reich. Aber uns kostet dieser „Urlaub“ mehr als ein kambodschanisches Durschnittsjahres(!)gehalt – pro Person! – und auch unsere Mittel sind begrenzt. (Wo wir wieder beim alten Thema waeren…) Tine fragt ihren Fahrer nach den Kindern und der erklärt, dass wir uns wirklich keine Sorgen machen braeuchten, die wuerden vormittags alle zur Schule gehen und sind vergleichsweise wohlhabend, denn schliesslich haetten sie ja noch was zu verkaufen, und wenn’s nur ein paar Postkarten oder Fruechte sind. Die auf dem Land, die waeren richtig arm, die haetten naemlich nicht mal was zu verkaufen.
Nach 9 Stunden Tempelbesichtigung sind wir um 14h nervlich und körperlich fix und fertig und legen uns auf einem majestätischen Plätzchen im letzten Tempel schlafen und fahren dann zurueck zum Hotel. Gerade noch rechtzeitig, um auf dem Moped wieder vom Regen durchgepeitscht zu werden. Auf dem Weg ueberholen wir drei Bauern auf Mopeds, die jeweils ein komplettes Schwein mit Bananenblaettern zugedeckt quer auf dem Ruecksitz liegen haben.
Abends beim Essen ueberlegen wir, was denn unsere schlimmsten Kindheitserinnerungen waren. Ausser Unfug, der im Grunde –wie uns jetzt bewusst ist- voellige Lappalien war und bei dem wir dummerweise erwischt wurden (und den ich hier trotzdem nicht erzaehle :D), ist uns nichts eingefallen.
Am naechsten Morgen fahren wir mit dem Bus die 6 Stunden nach Phnom Penh, der Hauptstadt. Natuerlich werden wir auch beim Einsteigen wieder belagert von etlichen Menschen jeglichen Alters, diesmal um Proviant zu kaufen. Als alle schon eingestiegen sind, steigt noch eine weisse Familie zu und zwaengt sich durch die Massen. Beim Anblick der zwei blonden unschuldigen Kinder mit ihren Teddybaeren neben den kambodschanischen Kinderveraeufern prallen zwei Welten aufeinander.
Die Fahrt ist richtig schoen und macht wieder Lust aufs Land.
Die Landschaft ist ueberall richtig gruen, duerre Kuehe und Ochsen weiden neben Reisfeldern und die meisten Huetten stehen auf Stelzen und sind strohgedeckt. Vielleicht haette ich doch Lust, dort eine Weile zu bleiben. Auf einem Rastplatz werden wir wieder von Frauen belagert, die Essen verkaufen wollen. Sie tragen es auf ihrem Kopf umher und bei naeherem Hinsehen sehen wir auch, was es ist: geroestete Kaefer, die aehnlich Kakerlaken mit Stachel aussehen, Wuermer (oder Maden??) und riesige Vogelspinnen. Na guten Appetit.
Die Frau vor uns im Bus hat uns einen von den Kakerlaken-mit-Stachel-aehnlichen Kaefer angeboten und ich habe todesmutig zugebissen. (Tine hat das Beweisvideo) Nach dem ersten Schock schmeckt es eigentlich ganz gut, halt nussig und ein wenig oelig. Aber danach krabbelt es im Bauch, wuaaaah.
Erst als wir im Taxi sitzen, uns durch das Verkehrschaos quaelen, die streunenden Hunde sehen, die Staende am Strassenrand und die vertrauten Strassen langfahren, merken wir, wie sehr wir uns hier wohl fuehlen. Bangkok heisst uns willkommen zurueck in der Zivilisation und zu Hause und erst da wird uns so richtig bewusst, wie krass Kambodscha war.
____________
Ich bin uebrigens froh Maschinenbau zu studieren und nicht Journalismus. Wollte ich nur mal anmerken. Und falls ihr euch fragt, warum ich dann so viel schreibe und vor allem woher ich die Zeit nehme so viel zu schreiben: Kambodscha hat mir nicht nur viele Erfahrungen und Fotos geschenkt, sondern auch gleich noch eine Magenentzündung mit 38,9 Fieber hinterhergeschickt. Zumindest glaubt das der Arzt, der obligatorische Bluttest wird dann morgen noch nachgeliefert. Meine Kollegen haben sich ruehrend um mich gekuemmert und mein Chef hat mir bis zum Test verboten zur Arbeit zu kommen, damit ich mich auf jeden Fall auskuriere. Was ich auch supernett finde (danke!). Aber mir geht es schon laengst wieder besser und hinsichtlich Spannungsfaktor waere ich viel lieber ins Buero, hier ist mir trotz extra geschickten Spiegel-Ausgaben (noch mal danke!), Buechern und Fernseher stinklangweilig. Morgen wieder, juhu!
Mein Kambodscha-Fazit
Aaaaalso: Ich wuerde es niemandem empfehlen und ich wuerde niemanden abhalten, der hin will. Ich selbst hab jetzt erstmal genug von dem Land, was ich aber durchaus mit meiner Krankheit in Verbindung bringe. Dabei moechte ich aber betonen, dass ich mich niemals um mein Leben gefuerchtet habe. Ich bin froh, die Erfahrung gemacht zu haben. Aber ich freue mich gleichzeitig, dass ich die Fotos betrachten kann und dabei nicht mehr vor Ort sein muss. Ja, mag sein, dass das eine krasse Aussage fuer mich ist, wo ich doch sonst immer auf Entdeckertour bin. Vielleicht in ein paar Jahren wieder. Fuer jetzt reichts erstmal.
als kleine einstimmung ein paar saetze vom grossen wiki:
"(...) Der Pro-Kopf-Verbrauch an Fischen und Schlangenfleisch liegt bei etwa 50 kg pro Person und Jahr.
Mehr als 80 % der Anbaufläche sind Reisfelder. (...)
Der Tourismus hat sich in den letzten Jahren zu einer wichtigen Einnahmequelle Kambodschas entwickelt. 2005 betrug die Zahl der Touristen 1,4 Mio. und 2006 stieg sie um weitere 20 % auf 1,7 Mio., die 1,4 Mrd. US-Dollar an Devisen im Land ließen. Das entspricht in etwa 12 % des Bruttosozialprodukts. (...)
Gutachten internationaler Organisationen (Weltbank, Asiatische Entwicklungsbank) sprechen davon, dass die Wirtschaft Kambodschas von rd. 50 Familien kontrolliert werde.
Weitverbreitete Korruption der politischen und militärischen Elite des Landes werden für das „Verschwinden“ von ausländischen Geldern in einer Größenordnung von jährlich ca. 300 Mio. US-Dollar verantwortlich gemacht."
mein erster eindruck war gruen. und wer mich kennt, der wird wohl wissen, was das heisst... wunderschoenes gruen: reisfelder, palmen, sanfte huegelketten. das ganze aufgenommen aus einer kleinen 2-propeller-maschine und hinter meinem projektleiter, der zufaelligerweise das gleiche ziel wie wir hatte und mit seiner frau eine reihe vor uns platz genommen hat. das war vorgestern und kommt mir mittlerweile so weit weg vor wie ein heisses bad in einem sauberen und gemuetlichen badezimmer in deutschland.
am flughafen sind unsere paesse durch ein fliessband aus offiziershaenden gewandert und mit einem huebschen visum verziert bei uns wieder abgegeben worden. das kostet schlappe 20 US$ - bitte in sauberen und neuen Scheinen. vom flughafen in die stadt kommt man fuer je 1US$ mit dem Mopedtaxi. Mopeds selbst zu fahren wurde vor einiger zeit fuer auslaender von der regierung verboten. die mopedfahrer sind jetzt von einer firma angestellt, dh die mopedfahrer bekommen ein kleines festes gehalt im monat und die touristen bezahlen fuer "versicherung",... drauf. auf meine frage, wem diese firma gehoert, bekomme ich die antwort "normal cambodian people." aber wer kann sich das leisten? "some attorney from the state" aha. ich habe versucht zu recherchieren, aber erfolglos bisher.
weil wir den tag nutzen wollen, nehmen wir das voellig ueberteuerte angebot an und fahren mit unseren netten fahrern zum tonie sap, dem groessten see suedostasiens, wo es ein schwimmendes dorf gibt, das je nach wasserlage sprich jahreszeit wandert. auf dem weg muessen wir an einem ticketoffice halten, um ein weiteres ticket zu kaufen, damit wir aufs wasser duerfen. der beamte dort erzaehlt uns stolz, dass eintritt und bootstour inklusive waeren. wir wollen nur den eintritt und haben in unserer naiven vorstellung, dass wir dort einen bootsfahrer anheuern koennen. fehlanzeige. wieviel nur der eintritt kostet wusste der nette herr nicht einmal. wir sagen, dass 25US$ pro Person unbezahlbar sein und wollen schon umdrehen. wir bekommen rabatt, aber nich viel, weil er eigentlich nicht handeln kann, das ist fuer die firma. schon wieder so eine firma. mein mopedfahrer erklaert spaeter, dass diese "firma" die polizei ist. ich verstehe es nicht. irgend etwas laeuft in diesem land voellig falsch.
um auf den see zu kommen steigen wir in ein boot, das nicht das erste gewesen waere, das mitten auf dem see sinkt.
auf dem weg zurueck kommen wir in einen tropenschauer und werden auf dem moped durchgepeitscht. unsere fahrer begruessen uns mit den worten, dass sie froh seien, dass wir wieder da waeren, sie dachten, unser boot waere gesunken. na super.
wir sind voellig fertig und brauchen erstmal geld. danach gehen wir khmer essen. wenigstens das ist richtig lecker und wir treffen einen sehr interessanten gespraechspartner, der gerade in vietnam wohnt. asienaustausch :)
Nach 9 Stunden Tempelbesichtigung sind wir um 14h nervlich und körperlich fix und fertig und legen uns auf einem majestätischen Plätzchen im letzten Tempel schlafen und fahren dann zurueck zum Hotel. Gerade noch rechtzeitig, um auf dem Moped wieder vom Regen durchgepeitscht zu werden. Auf dem Weg ueberholen wir drei Bauern auf Mopeds, die jeweils ein komplettes Schwein mit Bananenblaettern zugedeckt quer auf dem Ruecksitz liegen haben.
Abends beim Essen ueberlegen wir, was denn unsere schlimmsten Kindheitserinnerungen waren. Ausser Unfug, der im Grunde –wie uns jetzt bewusst ist- voellige Lappalien war und bei dem wir dummerweise erwischt wurden (und den ich hier trotzdem nicht erzaehle :D), ist uns nichts eingefallen.
Die Fahrt ist richtig schoen und macht wieder Lust aufs Land.
Hier hoert der erste Teil der Reise auf, waehrend der Werbepause hier die neuesten Nachrichten vom Deutschen Auswaertigen Amt zum Thema Reisen in Kambodscha:
Landesspezifische Sicherheitshinweise
In Kambodscha besteht für Reisende eine erhöhte Gefahr, Opfer von Raub oder Diebstahl zu werden. Hotels sollten nach Einbruch der Dunkelheit nur mit dem Auto, nicht aber zu Fuß verlassen werden. Von Fahrten mit dem Fahrrad oder mit dem Motorrad ist aus Gründen der Verkehrssicherheit abzuraten.
Alle Reisen auf dem Landweg sollten nach Möglichkeit so geplant werden, dass das Ziel mit Sicherheit vor Einbruch der Dunkelheit erreicht werden kann.
In einigen Landesteilen, insbesondere in Grenznähe, besteht weiterhin Minengefahr.
Die Infrastruktur ist unzureichend ausgebaut. Busse, Eisenbahn und Boote entsprechen – von Ausnahmen abgesehen – nicht den üblichen Sicherheitsstandards.
Werbungsende. (Wie immer wird in der Werbung etwas uebertrieben.;))
In Phnom Penh angekommen werden wir beim Aussteigen wieder von Unmengen an Taxifahrern (=Moped, Autotaxi gibt’s da nicht), Tuktukfahrern, Rikschafahrern, Guesthousebesitzern und sonstigen Menschen belagert, begraptscht und in die Enge gedraengt. Irgendwann will man nur noch schreien. Gott sei Dank stand von der Buszentrale organisiert schon ein Tuktukfahrer mit einem „Welcome Christine & Laur“ ;) Schild bereit. Der totale Lichtblick! Der Fahrer ist supernett und kann wie fast alle Kambodschaner super Englisch. Das ist der Konflikt, in dem wir uns staendig befinden. Ich glaube, dass die Kambodschaner im Herzen ein sehr offenes und lebensfrohes Volk sind. Aber ihre Geschichte hat es nicht sehr gut mit ihnen gemeint. Im Lauf unseres Aufenthalts werden wir oft angesprochen und gefragt, wo wir herkommen, was wir machen – auf eine sehr nette Art und Weise. Man wird das Gefühl nicht los, dass sich die Menschen nicht deshalb um die Touristen und vermeintlich Reichen reißen, um ihnen das letzte Geld aus der Tasche zu ziehen. Hier wird der taegliche Kampf des Ueberlebens gekaempft. Und das ist der Punkt, der uns zu schaffen macht.
Weil der Fahrer so nett ist, lassen wir uns von ihm durch die Stadt fahren, obwohl wir eigentlich auch haetten laufen koennen. Phnom Penh selbst ist nicht sehr gross und kommt uns eher wie ein grosses Dorf vor. Verglichen mit Bangkok eher wie eine Siedlung. Viele Strassen sind nicht geteert
und es ist ein bisschen wie im Mittelalter, als es fuer jede Zunft noch ein eigenes Viertel gab. Es gibt Strassen, in denen eine Tankstelle neben der anderen steht, auf der anderen Seite ist ein Friseurstand neben dem naechsten. Eine Tankstelle besteht aus einem Benzinfass oder einem Staender mit mit Benzin gefuellten Flaschen, ein Friseursalon aus einem Stuhl, einem Minispiegel, ein paar Utensilien und einem Sonnenschirm auf dem Gehweg. Abends ist der Buergersteig voll mit schwarzen Haaren (und evt. Laeusen).
Wir gehen zum Wat Phnom, dem Stadttempel (naja, ganz nett), der auf dem einzigen Huegel liegt und dann durch den Park drum herum. Wir finden ein Plaetzchen, wo wir einfach nicht beachtet werden. Gott, wie schoen! Eine Frau setzt sich uns gegenueber und bedeutet uns per Zeichensprache, dass sie unsere Haut so schoen findet und dass sie bestimmt gut riecht. Ich beschwere mich bei Tine, dass die Frau meine Haut als heller bezeichnet, Tine beschwert sich bei mir, dass sie ihre Hautfarbe als nicht ganz so huebsch deutet. Dann sind wir beide zufrieden :D Und freuen uns vor allem, dass wir ganz normal und ohne Verkaufsabsichten kommunizieren konnten. Wir winken zum Abschied und fahren weiter zum Nationalmuseum. Natuerlich werden wir auch dort von hungrigen Kindern mit kleinen Geschwistern auf den Armen empfangen. Das Museum selbst ist richtig schoen und zeigt vor allem Statuen der alten Khmer. Vor jeder Buddhastatue drueckt uns jemand Blumen in die Hand, die wir nicht annehmen wollen aber muessen und niederlegen. Dass wir dafuer nicht zahlen wird ein wenig miss gebilligt. Im Innenhof setze ich mich auf eine Bank und werde von einem jungen Moench in ein Gespraech verwickelt, der mit seinen Schuelern unterwegs ist und bald zum weiteren Studium nach Bangkok kommen will. Er sagt, dass seine Schueler Englisch lernen muessen, also versuche ich mit ihnen zu reden. Wenn sie antworten wollen, kommt er aber immer zuvor. Ich habe mal wieder die Rangordnung verletzt, wenigstens habe ich ihn nicht angefasst. Zum Abschied gibt er uns seine eMail-Adresse (jaha!) und erwartet, dass wir sofort an einen PC stuerzen und ihm eine Mail schreiben.
Auf dem Rueckweg finden wir eine Baeckerei, mit richtigem Kuchen und leckeren Sandwichs. Ungeahnter Luxus! Das ist das beste, was die Franzosen hier hinterlassen haben. Ueberall gibt es kleine Baguetteverkaeufer und fast wuenschen wir uns etwas selbstsuechtig, dass die Franzosen auch in Thailand einen laengeren Halt haetten einlegen sollen.
Im Dunkeln gehen wir zurueck zum Hotel und treffen einen Australier, dessen Tasche gestohlen wurde und der nun ohne Geld auf der Strasse sitzt. Der Arme ist der Verzweiflung nahe. Wir geben ihm ein paar Dollar, damit er sich was zu essen kaufen und nach Hause telefonieren kann. Uns wundert eigentlich gar nichts mehr.
Der Weg fuehrt ueber einen Markt, der nachts voll Abfall, Gestank und komischen Gestalten ist und wir sind froh, als wir endlich in unserem Hotel der gehobenen Klasse angekommen sind, in dem der Stuck von der Baddecke runterfault.
Am naechsten Tag machen wir uns zu Fuss auf den Weg und laufen ueber den erwaehnten Lebensmittelmarkt. So sehr ich die Maerkte Bangkoks liebe, so sehr muss ich mich hier zusammenreissen alles sehr objektiv zu betrachten, damit mir nicht schlecht wird. Bei 40Grad im Schatten haengt Fleisch ungekuehlt in der Sonne rum, liegen Muscheln offen in Bastkoerben rum, liegt Kaese offen rum und werden rohe Eier gehandelt. Es stinkt ganz schoen. Zusaetzlich zu dem muffeligen Geruch, der wohl ueber ganz Kambodscha zu liegen scheint, weil die Luftfeuchtigkeit so hoch ist, dass die Kleider nach dem Waschen einfach nicht trocknen und anfangen zu muffeln. Wenn sie denn gewaschen werden koennen. Die schoen geordneten Obst- und Gemuesepyramiden machen es in der engen Gasse leider auch nicht wett.
Wir laufen zum Royal Palace, von dem wir mehr als angetan sind. Es gibt also doch noch weitere richtig spektakulaere Bauten in Kambodscha. Ich wuerde sogar fast sagen, dass mir der Royal Palace noch besser gefallen hat als der Grand Palace in Bangkok.
Beim Essen im Pink Elephant durften wir dann mal wieder eine etwas laengere Diskussion mit einem kleinen Jungen fuehren, ob wir nun eines seiner kopierten Buecher kaufen oder nicht. Kopierte Buecher kann man ueberall erstehen: in den Koerben von kleinen Kindern, auf den Decken von Muettern und selbst im richtigen Laden.
Danach laufen wir Richtung Tuol Sleng Museum, auch bekannt unter S-21, eine alte Highschool, die unter dem Pol Pot Regime zum Gefaengnis umgebaut wurde und in dem von 1975 bis 1978 mehr als 17000 Gefangene gehalten wurden, von denen genau 7 ueberlebten.
Auf dem etwas laengeren Fussmarsch dorthin erleben wir wieder ein anderes Gesicht von Phnom Penh, erst das Diplomatenviertel und dann „recht normale“ Wohngegend. Aber was ist hier schon normal?! Zum Tuol Sleng selbst moechte ich nichts schreiben. Ich erzaehle gerne auf Nachfrage, aber das gehoert zu den Erfahrungen, die man selbst machen sollte. Die Grausamkeit, die dahinter steht, ist unbegreiflich und es hat mich etwas an Auschwitz erinnert.
Wir fahren mit dem Tuktuk zurueck und laufen die letzten Meter zum Hotel, wo auch schon unser Fahrer zum Flughafen wartet. Die letzte halbe Stunde durch Phnom Penh und den Staub. Der Flug dauert nur eine Stunde und wir sind ruckzuck wieder in Bangkok. Als ich das letzte Mal am Bangkoker Flughafen angekommen bin, ist mir ein Hitzetsunami ins Gesicht geschleudert, diesmal umfaengt mich wohlige Waerme. So schnell aendern sich die Dinge… ;)
Landesspezifische Sicherheitshinweise
In Kambodscha besteht für Reisende eine erhöhte Gefahr, Opfer von Raub oder Diebstahl zu werden. Hotels sollten nach Einbruch der Dunkelheit nur mit dem Auto, nicht aber zu Fuß verlassen werden. Von Fahrten mit dem Fahrrad oder mit dem Motorrad ist aus Gründen der Verkehrssicherheit abzuraten.
Alle Reisen auf dem Landweg sollten nach Möglichkeit so geplant werden, dass das Ziel mit Sicherheit vor Einbruch der Dunkelheit erreicht werden kann.
In einigen Landesteilen, insbesondere in Grenznähe, besteht weiterhin Minengefahr.
Die Infrastruktur ist unzureichend ausgebaut. Busse, Eisenbahn und Boote entsprechen – von Ausnahmen abgesehen – nicht den üblichen Sicherheitsstandards.
Werbungsende. (Wie immer wird in der Werbung etwas uebertrieben.;))
In Phnom Penh angekommen werden wir beim Aussteigen wieder von Unmengen an Taxifahrern (=Moped, Autotaxi gibt’s da nicht), Tuktukfahrern, Rikschafahrern, Guesthousebesitzern und sonstigen Menschen belagert, begraptscht und in die Enge gedraengt. Irgendwann will man nur noch schreien. Gott sei Dank stand von der Buszentrale organisiert schon ein Tuktukfahrer mit einem „Welcome Christine & Laur“ ;) Schild bereit. Der totale Lichtblick! Der Fahrer ist supernett und kann wie fast alle Kambodschaner super Englisch. Das ist der Konflikt, in dem wir uns staendig befinden. Ich glaube, dass die Kambodschaner im Herzen ein sehr offenes und lebensfrohes Volk sind. Aber ihre Geschichte hat es nicht sehr gut mit ihnen gemeint. Im Lauf unseres Aufenthalts werden wir oft angesprochen und gefragt, wo wir herkommen, was wir machen – auf eine sehr nette Art und Weise. Man wird das Gefühl nicht los, dass sich die Menschen nicht deshalb um die Touristen und vermeintlich Reichen reißen, um ihnen das letzte Geld aus der Tasche zu ziehen. Hier wird der taegliche Kampf des Ueberlebens gekaempft. Und das ist der Punkt, der uns zu schaffen macht.
Weil der Fahrer so nett ist, lassen wir uns von ihm durch die Stadt fahren, obwohl wir eigentlich auch haetten laufen koennen. Phnom Penh selbst ist nicht sehr gross und kommt uns eher wie ein grosses Dorf vor. Verglichen mit Bangkok eher wie eine Siedlung. Viele Strassen sind nicht geteert
Wir gehen zum Wat Phnom, dem Stadttempel (naja, ganz nett), der auf dem einzigen Huegel liegt und dann durch den Park drum herum. Wir finden ein Plaetzchen, wo wir einfach nicht beachtet werden. Gott, wie schoen! Eine Frau setzt sich uns gegenueber und bedeutet uns per Zeichensprache, dass sie unsere Haut so schoen findet und dass sie bestimmt gut riecht. Ich beschwere mich bei Tine, dass die Frau meine Haut als heller bezeichnet, Tine beschwert sich bei mir, dass sie ihre Hautfarbe als nicht ganz so huebsch deutet. Dann sind wir beide zufrieden :D Und freuen uns vor allem, dass wir ganz normal und ohne Verkaufsabsichten kommunizieren konnten. Wir winken zum Abschied und fahren weiter zum Nationalmuseum. Natuerlich werden wir auch dort von hungrigen Kindern mit kleinen Geschwistern auf den Armen empfangen. Das Museum selbst ist richtig schoen und zeigt vor allem Statuen der alten Khmer. Vor jeder Buddhastatue drueckt uns jemand Blumen in die Hand, die wir nicht annehmen wollen aber muessen und niederlegen. Dass wir dafuer nicht zahlen wird ein wenig miss gebilligt. Im Innenhof setze ich mich auf eine Bank und werde von einem jungen Moench in ein Gespraech verwickelt, der mit seinen Schuelern unterwegs ist und bald zum weiteren Studium nach Bangkok kommen will. Er sagt, dass seine Schueler Englisch lernen muessen, also versuche ich mit ihnen zu reden. Wenn sie antworten wollen, kommt er aber immer zuvor. Ich habe mal wieder die Rangordnung verletzt, wenigstens habe ich ihn nicht angefasst. Zum Abschied gibt er uns seine eMail-Adresse (jaha!) und erwartet, dass wir sofort an einen PC stuerzen und ihm eine Mail schreiben.
Auf dem Rueckweg finden wir eine Baeckerei, mit richtigem Kuchen und leckeren Sandwichs. Ungeahnter Luxus! Das ist das beste, was die Franzosen hier hinterlassen haben. Ueberall gibt es kleine Baguetteverkaeufer und fast wuenschen wir uns etwas selbstsuechtig, dass die Franzosen auch in Thailand einen laengeren Halt haetten einlegen sollen.
Im Dunkeln gehen wir zurueck zum Hotel und treffen einen Australier, dessen Tasche gestohlen wurde und der nun ohne Geld auf der Strasse sitzt. Der Arme ist der Verzweiflung nahe. Wir geben ihm ein paar Dollar, damit er sich was zu essen kaufen und nach Hause telefonieren kann. Uns wundert eigentlich gar nichts mehr.
Der Weg fuehrt ueber einen Markt, der nachts voll Abfall, Gestank und komischen Gestalten ist und wir sind froh, als wir endlich in unserem Hotel der gehobenen Klasse angekommen sind, in dem der Stuck von der Baddecke runterfault.
Wir laufen zum Royal Palace, von dem wir mehr als angetan sind. Es gibt also doch noch weitere richtig spektakulaere Bauten in Kambodscha. Ich wuerde sogar fast sagen, dass mir der Royal Palace noch besser gefallen hat als der Grand Palace in Bangkok.
Beim Essen im Pink Elephant durften wir dann mal wieder eine etwas laengere Diskussion mit einem kleinen Jungen fuehren, ob wir nun eines seiner kopierten Buecher kaufen oder nicht. Kopierte Buecher kann man ueberall erstehen: in den Koerben von kleinen Kindern, auf den Decken von Muettern und selbst im richtigen Laden.
Danach laufen wir Richtung Tuol Sleng Museum, auch bekannt unter S-21, eine alte Highschool, die unter dem Pol Pot Regime zum Gefaengnis umgebaut wurde und in dem von 1975 bis 1978 mehr als 17000 Gefangene gehalten wurden, von denen genau 7 ueberlebten.
Auf dem etwas laengeren Fussmarsch dorthin erleben wir wieder ein anderes Gesicht von Phnom Penh, erst das Diplomatenviertel und dann „recht normale“ Wohngegend. Aber was ist hier schon normal?! Zum Tuol Sleng selbst moechte ich nichts schreiben. Ich erzaehle gerne auf Nachfrage, aber das gehoert zu den Erfahrungen, die man selbst machen sollte. Die Grausamkeit, die dahinter steht, ist unbegreiflich und es hat mich etwas an Auschwitz erinnert.
Erst als wir im Taxi sitzen, uns durch das Verkehrschaos quaelen, die streunenden Hunde sehen, die Staende am Strassenrand und die vertrauten Strassen langfahren, merken wir, wie sehr wir uns hier wohl fuehlen. Bangkok heisst uns willkommen zurueck in der Zivilisation und zu Hause und erst da wird uns so richtig bewusst, wie krass Kambodscha war.
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Ich bin uebrigens froh Maschinenbau zu studieren und nicht Journalismus. Wollte ich nur mal anmerken. Und falls ihr euch fragt, warum ich dann so viel schreibe und vor allem woher ich die Zeit nehme so viel zu schreiben: Kambodscha hat mir nicht nur viele Erfahrungen und Fotos geschenkt, sondern auch gleich noch eine Magenentzündung mit 38,9 Fieber hinterhergeschickt. Zumindest glaubt das der Arzt, der obligatorische Bluttest wird dann morgen noch nachgeliefert. Meine Kollegen haben sich ruehrend um mich gekuemmert und mein Chef hat mir bis zum Test verboten zur Arbeit zu kommen, damit ich mich auf jeden Fall auskuriere. Was ich auch supernett finde (danke!). Aber mir geht es schon laengst wieder besser und hinsichtlich Spannungsfaktor waere ich viel lieber ins Buero, hier ist mir trotz extra geschickten Spiegel-Ausgaben (noch mal danke!), Buechern und Fernseher stinklangweilig. Morgen wieder, juhu!
Mein Kambodscha-Fazit
Aaaaalso: Ich wuerde es niemandem empfehlen und ich wuerde niemanden abhalten, der hin will. Ich selbst hab jetzt erstmal genug von dem Land, was ich aber durchaus mit meiner Krankheit in Verbindung bringe. Dabei moechte ich aber betonen, dass ich mich niemals um mein Leben gefuerchtet habe. Ich bin froh, die Erfahrung gemacht zu haben. Aber ich freue mich gleichzeitig, dass ich die Fotos betrachten kann und dabei nicht mehr vor Ort sein muss. Ja, mag sein, dass das eine krasse Aussage fuer mich ist, wo ich doch sonst immer auf Entdeckertour bin. Vielleicht in ein paar Jahren wieder. Fuer jetzt reichts erstmal.
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